https://www.faz.net/-gpf-98a8d

Illegale Wahlkampf-Spenden : Frankreichs früherer Präsident Sarkozy in Polizeigewahrsam

  • Aktualisiert am

Nicolas Sarkozy empfängt Muammar al Gaddafi im Dezember 2007 im Elyssée-Palast. Bild: AFP

Der ehemalige französische Präsident Nicolas Sarkozy ist laut Berichten in Polizeigewahrsam genommen worden. Er wird über Vorwürfe befragt, wonach für seinen Wahlkampf Geld aus Libyen geflossen sein soll.

          1 Min.

          Der frühere französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy ist laut Medienberichten im Rahmen von Justizermittlungen in Polizeigewahrsam genommen worden. Es gehe dabei um den Vorwurf, wonach für Sarkozys Wahlkampf 2007 Geld aus Libyen geflossen sein soll, berichteten die Zeitung „Le Monde“ und die französische Website „Mediapart“.

          Die Staatsanwaltschaft gab zu dem Fall bislang keine offizielle Stellungnahme ab. Auch ein Anwalt Sarkozys war
          zunächst nicht erreichbar. Ungenannte Vertreter der Justizbehörden bestätigten das Vorgehen jedoch gegenüber mehreren Nachrichtenagenturen. Der konservative Politiker werde in Nanterre bei Paris befragt, heißt es. Offen
          blieb zunächst, wie lange die Anhörung dauern sollte.

          Die Rede ist von 50 Millionen Euro

          Es ist das erste Mal, dass Sarkozy zu dem Vorwurf befragt wird. Er war von 2007 bis 2012 Präsident. Untersuchungsrichter gehen bereits seit fünf Jahren dem Verdacht nach, dass Sarkozys Präsidentenwahlkampf 2007 von Libyens damaligem Machthaber Muammar al Gaddafi mitfinanziert wurde. Die Rede ist von mindestens 50 Millionen Euro. Die Pariser Staatsanwaltschaft leitete in der Angelegenheit im April 2013 ein Ermittlungsverfahren ein.

          Ein Geschäftsmann hatte in einem Interview dem Nachrichtenportal „Mediapart“ gesagt, er habe Ende 2006 oder Anfang 2007 mehrere – vom libyschen Regime vorbereitete – Koffer mit insgesamt fünf Millionen Euro ins französische Innenministerium gebracht. Sarkozy war damals Innenminister. Später nannte er den Vorwurf, Geld aus Libyen erhalten zu haben, „grotesk“.

          Weitere Themen

          Wirtschaft, Schule und Kitas haben Priorität Video-Seite öffnen

          Markus Söder : Wirtschaft, Schule und Kitas haben Priorität

          Trotz steigender Corona-Infektionszahlen müssten Wirtschaft und Arbeitsplätze erhalten bleiben, sagte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder. Freizeitvergnügen müsse dahinter anstehen.

          Topmeldungen

          Donald Trump bei seiner Videobotschaft an die UN-Vollversammlung

          Corona-Pandemie : Trump vor UN: China zur Rechenschaft ziehen

          Amerikas Präsident wirft Peking zum Auftakt der UN-Generaldebatte vor, die Welt falsch über die Ausbreitung des Coronavirus informiert zu haben. UN-Generalsekretär Guterres warnt vor einem Kalten Krieg zwischen beiden Staaten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.