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Frankreichs Engagement : Tod in Afghanistan

  • -Aktualisiert am

Im Vorwahlkampf steht Sarkozy unter Druck, die 3600 französischen Soldaten so schnell wie möglich nach Hause zu bringen. Ein überhastetes Disengagement würde Afghanistan aber noch mehr destabilisieren.

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          Es ist einer dieser tragischen Vorfälle, die den Afghanistan-Einsatz in der Öffentlichkeit immer wieder in Verruf bringen: Vier französische Soldaten wurden von einem afghanischen Soldaten, also einem Verbündeten, getötet; Präsident Sarkozy hat daraufhin die Ausbildung der afghanischen Armee durch französische Militärs und das "Partnering" bei Kampfeinsätzen gestoppt.

          Natürlich kannte jeder politisch oder militärisch Verantwortliche die Risiken solcher Aufbauhilfe: die Möglichkeit der Unterwanderung durch Taliban-Kämpfer; die sprachlichen und kulturellen Schwierigkeiten der Verständigung; die gespaltene Loyalität afghanischer Soldaten zwischen Staat, Stamm und Clan. Jeder Vorfall dieser Art ist einer zu viel, auch wenn die Nato das Problem herunterspielt.

          Im Vorwahlkampf steht Sarkozy unter dem Druck, die 3600 französischen Soldaten so schnell wie möglich nach Hause zu bringen. Das sollte dennoch nicht zu einem überhasteten Disengagement führen. Das würde Afghanistan noch mehr destabilisieren und nähme Einsatz und Tod westlicher Soldaten im Nachhinein den Sinn.

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