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Nach Streit : Frankreichs Botschafter kehrt nach Rom zurück

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Der französische Präsident Macron und der italienische Ministerpräsident Conte vor dem Elysee-Palast im Juni 2018 Bild: dpa

Es war ein beispielloser Vorgang unter EU-Mitgliedern: der Abzug eines Botschafters. Doch jetzt schickt Frankreich seinen Botschafter abermals nach Italien.

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          Die französische Regierung hat am Freitag ihren Botschafter nach Rom zurückgeschickt, den sie vergangene Woche nach scharfer Kritik der italienischen Führung an Frankreichs Präsident Emmanuel Macron abgezogen hatte. Die französische Europaministerin Nathalie Loiseau sagte dem Radiosender RTL, der Botschafter Christian Masset „bricht heute nach Rom auf“. Zur Begründung verwies sie darauf, dass die italienische Regierung ihre Äußerungen „bedauert“ habe.

          Die Abberufung des Botschafters war ein beispielloser Vorgang unter EU-Mitgliedern. Paris reagierte damit auf wiederholte Angriffe der beiden italienischen Vize-Regierungschefs Matteo Salvini und Luigi Di Maio auf den französischen Präsidenten. So hatte der ultrarechte Innenminister Salvini Macron als Präsidenten bezeichnet, der „gegen sein Volk regiert“, und dessen Rücktritt gefordert.

          Sein Koalitionspartner Di Maio von der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung hatte sich seinerseits in Frankreich mit Vertretern der „Gelbwesten“-Bewegung getroffen, die seit Wochen gegen Macron mobil macht. Beide Politiker befinden sich im Wahlkampf für die Europawahlen im Mai. Nach der Abberufung des französischen Botschafters mäßigten sie aber ihren Ton.

          Loiseau sagte, die Politiker hätten „Bedauern“ über ihre Äußerungen und ihr Verhalten geäußert, das „unfreundlich und inakzeptabel“ gewesen sei. „Wir haben Herrn Salvini sagen hören, dass er keinen Krieg mit Frankreich wolle“, sagte die Europaministerin. Ein französischer Diplomat sagte, alle seien sich einig über die Bedeutung der italienisch-französischen Beziehungen.

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