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Frankreichs Außenminister : „Die Taliban lügen“

  • Aktualisiert am

Taliban-Kämpfer in Kabul Bild: AFP

Der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian wirft den Islamisten vor, sich nicht an ihre Versprechen zu halten. Frankreich werde die Taliban-Regierung deshalb vorerst nicht anerkennen.

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          Frankreich plant vorerst keinerlei Beziehungen zu den in Afghanistan regierenden Taliban aufzunehmen. Es liege nun an den Taliban, ihre Versprechen zu erfüllen, sagte Außenminister Jean-Yves Le Drian am Samstag dem Sender France 5. „Sie lügen bei all ihren Versprechungen, und im Moment sind die Ergebnisse noch nicht da.“ Le Drian betonte: „Wir erwarten von den Taliban, dass sie handeln.“

          Le Drian reist am Sonntag nach Qatar, um nach dem chaotischen internationalen Abzug aus Afghanistan über weitere Evakuierungen zu sprechen. Es gebe noch „einige wenige Franzosen“, die ausgeflogen werden müssten, ebenso wie einige hundert Afghanen, die bedroht seien, weil sie Verbindungen zu französischen Institutionen hätten oder sich in Bereichen engagierten, die den Taliban verhasst seien, sagte er.

          Qatar als Schlüsselakteur

          Frankreich hatte im August knapp 3000 Menschen aus Afghanistan ausgeflogen, darunter 2600 Afghanen. Nach dem internationalen Abzug organisierte Qatar zivile Evakuierungsflüge für zahlreiche Nationen.

          Qatar ist in der Afghanistan-Krise ein Schlüssel-Akteur. In dem Golf-Staat fanden 2020 die Verhandlungen zwischen den Taliban und der amerikanischen Regierung über einen Truppenabzug aus Afghanistan statt. Später wurden in Qatar die Verhandlungen zwischen der Miliz und der damaligen afghanischen Regierung geführt.

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