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Frankreich : Zehntausende protestieren gegen Macrons Politik

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Frankreich: Landesweite Demonstrationen gegen die Politik von Präsident Macron Bild: AP

Bei landesweiten Protesten in Frankreich gehen Zehntausende auf die Straßen – die Gewerkschaft spricht von 250.000 Menschen. Macron zeigt sich unbeeindruckt.

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          In Frankreich haben abermals Zehntausende Menschen gegen die Reformpolitik des Präsidenten Emmanuel Macron demonstriert und mehr soziale Gerechtigkeit eingefordert. Nach Gewerkschaftsangaben waren CGT waren am Samstag landesweit 250.000 Menschen beteiligt, allein in Paris gingen demnach 80.000 Personen auf der Straße. Laut Polizei waren es in Paris etwa 21.000.

          Rund 60 Organisationen hatten zu der „Marée populaire“ (etwa: „Volkswoge“) aufgerufen, darunter mehrere Gewerkschaften und die Linkspartei „France Insoumise“ (Das unbeugsame Frankreich). Seit Monaten schon gehen linke Kritiker gegen diverse Reformen des Staatschefs auf die Straße, den sie als „Präsidenten der Reichen“ geißeln.

          Slogans wie „Lasst uns die Regierung ins Wanken bringen“ oder „Vernachlässigt, missachtet“ waren auf den Schildern zu lesen, mit denen Menschen in Paris, Nantes, Marseille, Montpellier und Lyon für Gleichheit und Solidarität demonstrierten.

          Großaufgebot der Polizei

          Macron selbst gab sich unbeeindruckt. Die Proteste würden ihn „nicht aufhalten“, sagte er am Freitag bei einem Besuch im russischen St. Petersburg. Der Generalsekretär der Kommunistischen Partei Frankreichs (PCF), Pierre Laurent, nannte den Staatschef am Samstag bei der Demonstration in Paris „arrogant“ und warf ihm „autoritäre Methoden“ vor. Der Protestzug wurde aus Sorge vor Ausschreitungen von einem Großaufgebot der Polizei begleitet.

          In Paris wurde nach einem Bericht des Fernsehsenders „BFMTV“ am Rande der Demonstration ein Polizist durch ein Projektil verletzt. Größere Zwischenfälle habe es jedoch nicht gegeben. Nach massiven Ausschreitungen am Rande von Demonstrationen am 1. Mai in Paris waren die Sicherheitsvorkehrungen für Protest-Veranstaltungen verschärft worden.

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