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Kostenübernahme : Gratis-Verhütung für junge Französinnen

Aus Kostengründen verzichteten junge Frauen immer mehr auf zuverlässige Verhütungsmethoden, sagt der französische Gesundheitsminister Olivier Véran. Bild: dpa

Von kommendem Jahr an soll in Frankreich die staatliche Krankenversicherung alle Kosten für Verhütungsmittel für junge Frauen tragen. Das soll die Beitragszahler etwa 21 Millionen Euro jährlich kosten.

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          Nach dem Gesetz über „künstliche Befruchtung für alle“ will Frankreich den Zugang zu Verhütungsmitteln für junge Frauen zwischen 15 und 25 Jahren erleichtern. Gesundheitsminister Olivier Véran kündigte am Donnerstag an, dass vom 1. Januar 2022 die staatliche Krankenversicherung alle Kosten für Verhütungsmittel und damit verbundene Arztbesuche tragen werde. Aus Kostengründen verzichteten junge Frauen immer mehr auf zuverlässige Verhütungsmethoden, sagte er im Fernsehsender France 2. Das solle sich mit der Kostenübernahme ändern.

          Michaela Wiegel
          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Die Maßnahme werde die Beitragszahler etwa 21 Millionen Euro jährlich kosten. Die staatliche Krankenversicherung ist chronisch defizitär. Im Jahr 2020 belief sich das Defizit auf den Rekordbetrag von 30 Milliarden Euro. Bereits seit 2013 wird jungen Mädchen im Alter von 15 bis 18 Jahren kostenlose Verhütung angeboten. Die Abtreibungsrate bei Minderjährigen ist zwischen 2010 und 2019 von 10,5 auf 5,7 pro 1000 gesunken.

          Die Regelung sieht vor, dass junge Mädchen die nötigen Arztbesuche absolvieren können, ohne ihre Sozialversicherungsnummer nennen zu müssen. Sie können so sicher sein, dass ihre Eltern nichts davon erfahren. Dasselbe gilt schon seit 1999 für die Pille danach. Minderjährige erhalten das Notfall-Verhütungsmittel kostenlos und ohne Rezept in der Apotheke. Auch für erwachsene Französinnen ist die Pille danach nicht verschreibungspflichtig. Sie bekommen die Kosten allerdings nur erstattet, wenn sie zuvor beim Arzt waren.

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