https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/frankreich-und-andere-uebernehmen-migranten-von-lifeline-15661152.html

Nach tagelanger Blockade : Frankreich und andere Länder übernehmen Migranten von „Lifeline“

  • Aktualisiert am

Seit dem vergangenen Donnerstag kreuzt die „Lifeline“ mit 234 Flüchtlingen an Bord in internationalen Gewässern vor der Küste Maltas. Bild: dpa

Emmanuel Macron kündigt an, dass Frankreich und andere europäische Staaten einige Flüchtlinge von der „Lifeline“ aufnehmen wollen. Gleichzeitig spricht er von einer „politischen Krise“ – und macht einen umstrittenen Vorschlag.

          1 Min.

          Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat bestätigt, dass Frankreich und einige andere europäische Länder Migranten von dem Rettungsschiff „Lifeline“ aufnehmen wollen. Die Zahl sei begrenzt, es seien „mehrere Dutzend“ Menschen pro Land.

          Der maltesische Premierminister Joseph Muscat habe europäische Solidarität organisiert, lobte Macron am Mittwochabend in Rom. Nach einer tagelangen Blockade auf dem Mittelmeer hat das Schiff nun grundsätzlich die Erlaubnis erhalten, einen Hafen der Mittelmeerinsel Malta anlaufen.

          Macron spricht von politischer Krise

          Es war jedoch zunächst unklar, wann die entsprechenden Genehmigungen für die „Lifeline“ der deutschen Organisation Mission Lifeline erteilt würden. Die NGO aus Dresden erklärte am Dienstagabend via Twitter, bisher habe das Schiff keine Erlaubnis zum Einlaufen in die Hoheitsgewässer Maltas erhalten.

          Auch bei einem Treffen Macrons mit Papst Franziskus im Vatikan war die Flüchtlingspolitik Gegenstand des Gesprächs. Mit Blick auf den Migrationsstreit sprach der französische Präsident von einer „politischen Krise“.

          Macron rief auch zu einer verstärkten Zusammenarbeit mit Libyen auf, um lebensgefährliche Fluchtbewegungen über See zu unterbinden. Er signalisierte in diesem Zusammenhang Bereitschaft, bereits auf libyschem Boden Asylanträge zu prüfen. Neben der Migrationspolitik sprachen Franziskus und Macron außerdem über globale Abrüstung sowie die Zukunft der EU, wie der Vatikan mitteilte.

          Zwischen den beiden herrschte offensichtlich eine gute Atmosphäre, wie bei einer Videoübertragung zu sehen war. Sie lachten, scherzten und es gab sogar ein Küsschen auf die Wange des Papstes. Begleitet wurde Macron (40) von seiner Frau Brigitte (65), die wie bei Vatikan-Besuchen üblich in schwarz kam.

          Weitere Themen

          „Nieder mit Xi Jinping“

          Corona-Proteste in China : „Nieder mit Xi Jinping“

          Nach einem Hochhausbrand in Xinjiang demonstrieren Menschen in verschiedenen Teilen Chinas gegen die harsche Null-Covid-Strategie. Das Regime reagiert mit Härte und Zugeständnissen.

          Topmeldungen

          Gedenkveranstaltung in Schanghai für die Opfer des Hochhausbrandes

          Corona-Proteste in China : „Nieder mit Xi Jinping“

          Nach einem Hochhausbrand in Xinjiang demonstrieren Menschen in verschiedenen Teilen Chinas gegen die harsche Null-Covid-Strategie. Das Regime reagiert mit Härte und Zugeständnissen.
          Signal zur Wende: Die Europäische Zentralbank hat in diesem Jahr zum ersten Mal seit 2011 den Leitzins erhöht.

          Derivat oder Anleihe? : Wenn die hohen Zinsen locken

          Wegen steigender Marktzinsen und schwankender Aktienkurse geraten klassische Anleihen, aber auch kompliziertere Finanzprodukte in den Blick der Anleger. Wo sind die Haken – und was ist eigentlich eine Nachkaufanleihe?
          Endet die erste WM für Jamal Musiala schon nach der Vorrunde?

          WM-Prognose : Deutschland hat gegen Spanien ein Problem

          Nach dem Fehlstart gegen Japan muss die Nationalmannschaft besser gewinnen, um noch eine gute Chance aufs Achtelfinale zu haben. Doch die WM-Prognose zeigt, dass die Spanier vorne liegen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.