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Nach vielen Zwischenfällen : Tausende Franzosen protestieren gegen Antisemitismus

  • Aktualisiert am

Demonstranten am Dienstagabend in Paris. Bild: EPA

Weil judenfeindliche Straftaten in Frankreich zunehmen, protestieren nicht nur in Paris Tausende. Auch bei Veranstaltungen der „Gelbwesten“ hatte es Vorfälle gegeben.

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          Tausende Menschen haben am Dienstagabend in ganz Frankreich gegen Antisemitismus protestiert. In Paris versammelten sich die Demonstranten auf der Place de la République. „Nein zur Banalisierung des Hasses“ oder „Es reicht“ stand auf ihren Plakaten. An der Kundgebung in Paris, zu der 18 Parteien gemeinsam aufgerufen hatten, nahmen auch Premierminister Edouard Philippe sowie mehr als die Hälfte der Kabinettsmitglieder teil.

          In Frankreich war die Zahl der antisemitischen Strafzahlen im vergangenen Jahr um 74 Prozent angestiegen. Insgesamt 541 Übergriffe wurden 2018 registriert, im Jahr 2017 waren es 311 Fälle.

          Präsident Emmanuel Macron kündigte bei einem Besuch im elsässischen Quatzenheim neue Gesetze an. Auf dem dortigen jüdischen Friedhof hatten Unbekannte rund hundert Gräber geschändet. Grabsteine wurden mit Hakenkreuzen beschmiert.

          Beleidigungen durch „Gelbwesten“

          Am Wochenende war der jüdische Philosoph Alain Finkielkraut am Rande einer „Gelbwesten“-Demonstration beleidigt worden. „Ich habe einen absoluten Hass gespürt“, sagte Finkielkraut daraufhin. „Unter den ,Gelbwesten’ ist der Hass auf Juden sehr verbreitet.“

          Nach seiner Rückkehr aus dem Elsass besuchte Macron am DIenstag zusammen mit den Vorsitzenden der beiden Parlamentskammern das Holocaustmahnmal in Paris und legte einen Kranz nieder.

          Der ehemalige französische Präsident Francois Hollande sagte auf der Place de la République, „der Antisemitismus ist eine Geißel, er ist ein Angriff auf die Republik“. Dabei handele es sich „nicht um eine Angelegenheit der Juden“, sondern um „eine Angelegenheit ganz Frankreichs“.

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