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Frankreich : Sarkozy: Kein Auftritt mit Merkel

Freundschaft und Zuneigung empfindet Präsident Sarkozy für die Kanzlerin, aber mit ihr auftreten will er nicht. Bild: dapd

Staatspräsident Sarkozy hält den Wahlkampf für eine „Sache der Franzosen“ - und will Bundeskanzlerin Merkel deshalb zwar treffen, aber keine gemeinsame Kundgebung mit ihr abhalten.

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          Nicolas Sarkozy will auf einen Wahlkampfauftritt an der Seite der Bundeskanzlerin während der Präsidentschaftskampagne verzichten. Das hat der Präsident, der sich um eine zweite Amtszeit bewirbt, am Mittwoch im Radiosender Europa 1 gesagt. In den verbleibenden Wochen bis zum Wahltermin am 22. April will Sarkozy zwar mit Angela Merkel zusammentreffen, aber keine gemeinsame Kundgebung mit ihr bestreiten. „Die Wahlkampagne ist die Sache der Franzosen, das ist eine Sache unter uns“, sagte Sarkozy. Es sei jedoch „nicht anormal“, dass er mit der Bundeskanzlerin über europäische Fragen spreche.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe hatte Ende Januar bei einem UMP-Parteitreffen in Paris angekündigt, die Bundeskanzlerin freue sich schon „auf die gemeinsamen Auftritte“ im französischen Wahlkampf. Bei einem Treffen mit dem Staatspräsidenten im Elysée-Palast Anfang Februar hatte Angela Merkel ihm ihre Unterstützung zugesichert. „Ich unterstütze Nicolas Sarkozy in jeder Façon, weil wir befreundeten Parteien angehören“, sagte die Bundeskanzlerin - und ergänzte: „Egal, was er tut“. Sie erinnerte daran, dass Nicolas Sarkozy im Mai 2009 nach Berlin gereist war, um sie im Bundeswahlkampf zu unterstützen.

          Sarkozys sozialistischer Herausforderer Hollande hatte dem Präsidenten vorgeworfen, er „unterwerfe“ sich der Bundeskanzlerin. Auch in den eigenen Reihen stieß das enge Bündnis mit Angela Merkel auf Kritik. Sarkozy betonte am Mittwoch, er empfinde „Freundschaft“ und „Zuneigung“ für die Bundeskanzlerin. Im Plauderton berichtete er den Radiohörern, es gebe allerdings einen Unterschied zwischen der Kanzlerin und ihm. „Sie geht zum Frühstück in den Frühstückssaal des Hotels, in dem wir gerade sind, während ich laufen gehe“, sagte Sarkozy. „Ich habe Sie gefragt: Warum gehst du in den Frühstückssaal? Da hat sie mir lachend gesagt: Weil es da mehr Auswahl gibt“, sagte der Präsident.

          Derweilen hat der „dritte Mann“ der Präsidentenwahl von 2007, der Zentrist François Bayrou, in Paris sein Programm vorgestellt. Er verurteilte den „Hahnenkampf“ zwischen den beiden Favoriten François Hollande und Nicolas Sarkozy. Bayrou wirbt für „ein solidarisches Frankreich“. Diesen Titel trägt auch sein Wahlkampfbuch, das an diesem Donnerstag erscheint. Bayrous Werben für ein neues Gesellschaftsmodell zieht aber bislang weniger Franzosen an als vor fünf Jahren.

          In den Umfragen stagniert sein Ergebnis bei 14 Prozent - dies wäre weitaus weniger als sein Erfolgsergebnis von 2007, 18,5 Prozent. Somit steigt der Druck auf Bayrou, sich wieder dem rechten Lager anzunähern. Der Zentrist Pierre Méhaignerie rief Bayrou auf, einen losen Zusammenschluss in Erwägung zu ziehen. Der Sozialist Hollande erhielt unterdessen die Unterstützung vom früheren Präsidentschaftskandidaten Jean-Pierre Chevènement. Der Linkspatriot hatte bereits 2007 Ségolène Royal den Rücken gestärkt.

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