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Kulturkampf in Frankreich : Reden darf, wer die richtige Identität hat

Eine Demonstration gegen Islamophobie im März vor der Universität Grenoble Bild: AFP

An den französischen Universitäten tobt ein Kampf um die Meinungsfreiheit. Linke machen dort gemeinsame Sache mit Islamisten.

          5 Min.

          Der grüne Bürgermeister Eric Piolle träumt davon, Grenoble als Sprungbrett in den Elysée-Palast zu nutzen. Die französische Alpenmetropole gilt als links-grünes Experimentierfeld, seitdem die Ökopartei EELV vor sieben Jahren die Sozialisten im Rathaus abgelöst hat. Doch jetzt hat die Stadt nicht mit genderneutralen Schulhöfen oder Radschnellwegen von sich reden gemacht, sondern als Schauplatz eines besonders erbitterten Kampfes um die akademische Freiheit. Am Politikwissenschaftlichen Institut der Universität Grenoble plakatierten studentische Aktivisten die Namen von zwei Professoren an die Fassade, um sie des „Faschismus“ und der „Islamophobie“ zu bezichtigen und ihre Entlassung zu fordern.

          Michaela Wiegel
          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Die linke Studentengewerkschaft Unef verbreitete Fotos der Aktion in den sozialen Netzwerken. Das Vorgehen erinnerte an die Hetzkampagne gegen den Geschichtslehrer Samuel Paty, dem im Netz Islamophobie vorgeworfen wurde, bevor ein Islamist ihn im vergangenen Oktober enthauptete. Dieses Mal reagierten die politisch Verantwortlichen sofort. Hochschulministerin Frédérique Vidal verurteilte die Aktion scharf, der Innenminister stellte den beiden Hochschullehrern Polizeischutz zur Verfügung.

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