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Prozessbeginn nach dem Terror : Der Slogan „Ich bin Charlie“ hat die Nation vermutlich nie geeint

Ein Bild des französischen Street-Art-Künstlers Christian Guerny auf den Straßen von Paris erinnert an die Redaktionsmitglieder der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“, die im Januar 2015 bei einem islamistischen Terroranschlag ums Leben gekommen sind. Bild: AFP

Mehr als fünf Jahre nach den Anschlägen von Paris beginnt der Prozess gegen die mutmaßlichen Hintermänner. Die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ zeigt sich selbstbewusst – und druckt die umstrittenen Karikaturen noch einmal.

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          Es war kalt am 7. Januar 2015 in Paris. Mit ruhiger Stimme erzählt Sigolène Vinson, dass sie auf dem Weg in die Redaktion von „Charlie Hebdo“ noch schnell in einer Bäckerei einen Marmorkuchen kaufte, „denn Luz hatte Geburtstag“. Vor Beginn der Redaktionskonferenz diskutierten sie über das neue Buch Michel Houellebecqs, „Unterwerfung“, stritten ein wenig darüber, als sie plötzlich aufgeschreckt wurden durch laute Knallgeräusche, die wie Schüsse klangen.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          „Es ging ganz schnell“, erinnert sich die zierliche dunkelhaarige Frau, eine frühere Rechtsanwältin, die als juristische Korrespondentin für die Satirezeitung arbeitete. Sie hat alles miterlebt, die Allahu-akbar-Rufe, die Schusssalven der beiden Männer in Schwarz und dann „eine Stille, wie ich sie nie gekannt hatte. Die meisten waren tot und diejenigen, die es nicht waren, stellten sich tot.“ Said Kouachi, der ältere der Terrorbrüder, hatte ihr in die Augen geblickt: „Wir töten keine Frauen. (...) Lies den Koran!“. Kurz darauf war es die zitternde Stimme Vinsons, die in der Pariser Notrufzentrale erklang: „Hier Charlie, kommen Sie schnell, alle sind tot!“

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