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Frankreich : Polizei durchsucht Fillons Landsitz

  • Aktualisiert am

François Fillon bei einem Wahlkampfauftritt in der Nähe von Paris Bild: EPA

Wegen der Scheinbeschäftigungsaffäre um den konservativen Präsidentschaftskandidaten ist es zu einem Polizeieinsatz südwestlich von Paris gekommen. Ein Großteil der Franzosen verlangt den Rückzug des Politikers.

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          In der Scheinbeschäftigungsaffäre um den konservativen französischen Präsidentschaftskandidaten François Fillon hat die Polizei seinen Landsitz südwestlich von Paris durchsucht. Der Einsatz in dem Haus von Fillon und seiner Frau Penelope in Beaucé in der Nähe von Le Mans sei am Freitagabend beendet worden, berichteten französische Medien. Am Donnerstag war bereits Fillons Wohnung in Paris durchsucht worden.

          Fillon steht seit Wochen wegen der Affäre um eine Scheinbeschäftigung seiner Ehefrau Penelope und zwei seiner Kinder unter Beschuss. Die französische Justiz ermittelt unter anderem wegen des Verdachts der Veruntreuung staatlicher Gelder. Am Mittwoch teilte Fillon mit, dass Untersuchungsrichter ihn in der Scheinbeschäftigungsaffäre für den 15. März vorgeladen haben.

          In einer Umfrage für die Wochenzeitung „Journal du Dimanche“ forderten 71 Prozent der Franzosen einen Verzicht Fillons auf die Kandidatur. Das sind sechs Prozentpunkte mehr als vor zwei Wochen. Zugleich schwindet sein Rückhalt bei den konservativen Wählern: Nur noch 53 Prozent wollen für Fillon stimmen, 17 Prozentpunkte weniger als Mitte Februar. Fillon will am Sonntag bei einer Großkundgebung in Paris zu seinen Anhängern sprechen. Fillons Unterstützer hoffen, dass dabei 45.000 Menschen kommen.

          Die Spitzen der französischen Konservativen haben für Montag ein Treffen angesetzt, um über das weitere Vorgehen zu beraten. An den Krisenberatungen sollen alle Kandidaten der Vorwahlen um die Spitzenkandidatur teilnehmen. Der in der Vorwahl gegen Fillon unterlegene Ex-Regierungschef Alain Juppé hatte nach Angaben aus Parteikreisen signalisiert, als Ersatzkandidat bereitzustehen, sollte Fillon verzichten. Ihm werden anders als Fillon in Umfragen gute Chancen gegeben, in die Stichwahl um das höchste Staatsamt zu kommen.

          Erstmals seit Bekanntwerden der Scheinbeschäftigungsaffäre äußerte sich Fillons Frau zu der Debatte. Penelope Fillon sagte „Journal du Dimanche“, sie habe ihrem Mann jeden Tag gesagt, den Weg bis zum Ende fortzusetzen. Sie beteuerte zudem, sie habe für ihren Mann gearbeitet. So habe sie ihn unter anderem zu Auftritten in seinem Wahlbezirk begleitet. Darüber hinaus habe sie den Mailverkehr bearbeitet. Sie habe für ihren Mann schriftliche Notizen und Informationsblätter vorbereitet. Er habe absolutes Vertrauen in sie gehabt. Sie deutete an, dass sie auch gewusst habe, dass ihre Kinder als Mitarbeiter ihres Mannes bezahlt worden seien. „Alles war legal und ausgewiesen.“

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