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Corona in Frankreich : Pariser Bürgermeisterin will harten Lockdown

Anne Hidalgo im Juni 2020 in Paris Bild: dpa

Anne Hidalgo gehen die Corona-Maßnahmen der französischen Regierung nicht weit genug. Sie würde die Hauptstadt gerne für drei Wochen schließen. Ziel sei es, keine Infektionen mehr zu haben.

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          Die Neuinfektionen sind mit 30.000 Fällen in Frankreich wieder auf das Niveau von November geschnellt, aber die Regierung predigt nur „erhöhte Wachsamkeit“. Der Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo ist das nicht genug: Sie hat ihren Stellvertreter einen harten Lockdown für drei Wochen in der Hauptstadt vorschlagen lassen, um „danach alles wieder öffnen zu können“. Die Sozialistin liebäugelt mit einer Präsidentschaftskandidatur und will offenbar ihr Profil in der Corona-Epidemie schärfen.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Wie die Infektiologin Karine Lacombe vom Pariser Krankenhaus Saint-Antoine am Freitag sagte, lässt sich Hidalgo von Verfechtern der Zero-Covid-Strategie beraten. Lacombe zählt selbst zu den einflussreichen Stimmen, die sich dem Ziel „Null Infektionen“ verschrieben haben. Die Bürgermeisterin überließ es dabei ihrem ersten Stellvertreter Emmanuel Grégoire, die Lockdown-Forderung vorzustellen. Am Donnerstagabend, kurz nach der Pressekonferenz des Premierministers, der für vorsichtiges Abwarten plädiert hatte, kündigte Grégoire im Radiosender France Info einen Drei-Wochen-Lockdown in Paris an. Der Inzidenzwert in der Hauptstadt liegt bei 304 (auf 100.000 Einwohner). 75 Prozent der verfügbaren Intensivbetten seien in der Hauptstadt ausgelastet.

          Die Strategie, die Pandemie zu kontrollieren, sei gescheitert, sagte der stellvertretende Bürgermeister. Es brauche jetzt einen radikalen Strategiewechsel. „Die derzeitige Situation ist die schlimmste, weil es sich um halbherzige Maßnahmen mit schlechten Ergebnissen handelt“, sagte Grégoire im Radio. Er plädiere deshalb für einen strikten Lockdown in Paris mit Ausgangssperren und Schulschließungen wie im vergangenen Frühjahr.

          Bei einer Pressekonferenz am Freitagvormittag klang Grégoire nicht mehr ganz so forsch. Er habe nur eine „Arbeitshypothese“ vorgetragen, nicht aber ein konkretes Vorgehen der Pariser Stadtverwaltung. Zugleich forderte er, Büros, Betriebe und Baustellen stillzulegen und die Homeoffice-Pflicht energisch durchzusetzen. Er kritisierte die Absicht der Regierung, vom 6. März an eine Ausgangssperre am Wochenende zu verhängen, sollten die Infektionszahlen nicht sinken. Premierminister Jean Castex hat betont, er wolle einen landesweiten Lockdown so gut es gehe vermeiden.

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