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Französische Elite-Hochschule : Die Kaderschmiede der Selbstherrlichkeit macht weiter

Die Verwaltungshochschule École Nationale d’Administration (Ena) in Straßburg Bild: ANDIA / VISUM

Die Verwaltungshochschule Ena ist für viele Franzosen ein Symbol der Abgehobenheit ihrer Elite. Präsident Macron wollte sie deshalb nach den Gelbwesten-Protesten schließen – und lässt dieses Vorhaben nun ganz still sterben.

          3 Min.

          Frankreich steht seit langem im Ruf, nicht reformierbar zu sein. Die Erzählung eines blockierten Landes schreibt jetzt ausgerechnet Präsident Emmanuel Macron am Beispiel der Verwaltungshochschule Ena fort. Während der „Gelbwesten“-Proteste geriet die École Nationale d’Administration als Brutstätte einer selbstherrlichen, volksfernen Elite ins Zielfeld der Kritik. Der Präsident versuchte damals erst gar nicht, die Institution vor den oftmals exzessiven Angriffen in Schutz zu nehmen.

          Michaela Wiegel
          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Bei einer Pressekonferenz unter den glitzernden Kronleuchtern des Elysée-Palastes kündigte er das Ende der Ena an. Die Kaderschmiede müsse abgeschafft werden, argumentierte der junge Präsident, der selbst die Ena absolviert hatte. Es sei ungerecht, dass sie einer kleinen Zahl von Absolventen lebenslang Führungspositionen garantiere, nur weil sie in jungen Jahren in einem Prüfungswettbewerb gut abgeschnitten hätten. Auch dem Gemeinwohl sei es nicht dienlich, wenn sich einige auf ihren Positionen ausruhen könnten.

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