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Frankreich in der Corona-Krise : Aus der Bahn geworfen

  • -Aktualisiert am

Sich selbst neu erfinden: Präsident Macron bei einer Fernsehansprache am 13. April Bild: Reuters

In Frankreich legt die Corona-Krise schonungslos die Schwächen des Zentralstaates offen. Präsident Emmanuel Macron sollte regionalen und lokalen Kräften mehr Vertrauen entgegenbringen.

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          Knapp drei Jahre nach dem Überraschungssieg Emmanuel Macrons hat seine Präsidentschaft eine unvorhersehbare Wendung genommen. Weder die wochenlangen „Gelbwesten“-Proteste noch die anhaltende Streikbewegung gegen die Rentenreform brachten den Staatschef von seinem Reformkurs ab. Sein Ziel, Frankreichs Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen und als Deutschlands ebenbürtiger Partner das europäische Projekt mitzugestalten, verlor Macron nie aus den Augen.

          Die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt, im Schulwesen, bei der Lehrlingsausbildung und der beruflichen Weiterbildung sind nicht wirkungslos geblieben. Die Arbeitslosigkeit sank, die Aussichten junger Berufseinsteiger besserten sich, die Wirtschaft wuchs zuletzt stärker als in Deutschland. Doch jetzt hat die Pandemie Frankreich im denkbar schlechtesten Moment aus der Bahn geworfen. Die Überzeugungen, die Macrons Reformprojekt leiteten, werden die Krise nicht unbeschadet überstehen. Das hat er in seiner jüngsten Fernsehansprache selbst eingestanden: „Wir müssen uns neu erfinden, ich zuallererst.“

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