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Nach „Gelbwesten“-Tweet : Frankreich fordert Zurückhaltung von Trump

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Der amerikanische Präsident Donald Trump am Freitag in Kansas City Bild: AFP

Donald Trump hat sich mit einer Twitter-Nachricht in die Debatte um die „Gelbwesten“-Proteste in Frankreich eingeschaltet. Jetzt reagiert der französische Außenminister – mit ungewöhnlich deutlichen Worten.

          Der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian hat den amerikanischen Präsidenten Donald Trump nach dessen Kommentaren zu den regierungskritischen Protesten in Frankreich aufgefordert, sich aus der französischen Innenpolitik herauszuhalten. „Wir nehmen nicht Teil an den amerikanischen Debatten, lassen Sie uns unser Leben als Nation leben!“, sagte Le Drian in Richtung Trump bei einem von mehreren Sendern übertragenen Fernsehinterview am Sonntag.

          Trump hatte zuvor per Twitter die Proteste der „Gelbwesten“ in Frankreich unter anderem mit den Inhalten des Pariser Klimaschutzabkommens von 2015 begründet, das die Vereinigten Staaten inzwischen aufgekündigt haben. „Das Pariser Abkommen geht für Paris nicht so richtig auf“, schrieb Trump am Samstag auf Twitter. „Proteste und Unruhen in ganz Frankreich.“

          Die Menschen wollten nicht große Geldbeträge zahlen, um „vielleicht die Umwelt zu schützen“. Ein Großteil davon fließe in „Drittweltländer“, die fragwürdig geführt würden. Die Menschen würden „Wir wollen Trump“ skandieren. Dabei bezieht sich Trump vermutlich auf ein Twitter-Video, das allerdings zu einem anderen Zeitpunkt in Großbritannien aufgenommen wurde.

          Die Protestbewegung der „Gelben Westen“ hatte sich angesichts geplanter Steuererhöhungen auf Kraftstoffe in Frankreich formiert. Dieses Vorhaben hat die Mitte-Regierung wegen der wochenlangen Proteste inzwischen gestoppt. Die Forderungen der Demonstranten reichen heute jedoch viel weiter – von Steuersenkungen über mehr Kaufkraft bis zum Rücktritt von Präsident Emmanuel Macron.

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