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Ärmelkanal : Frankreich fordert Migrationsabkommen zwischen EU und Großbritannien

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Die britische Grenzschutzpolizei fängt vor der Küste in Dungeness ein Boot mit Flüchtlingen ab. Bild: dpa

Die Migrationsbewegungen zwischen Frankreich und Großbritannien im Ärmelkanal haben zu politischen Spannungen geführt. Paris sagt, das Thema sei bei den Brexit-Verhandlungen vergessen worden und forciert einen neuen Beschluss.

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          Der französische Innenminister Gérald Darmanin hat ein Migrationsabkommen zwischen der EU und Großbritannien gefordert. Damit soll auch der Flüchtlingsstreit zwischen Paris und London beigelegt werden. Man sei für einen europäischen Vertrag, der die Probleme der Asylanträge, der Abschiebungen und der Familienzusammenführung löse, erklärte Darmanin am Sonntag. Das Thema sei bei den Brexit-Verhandlungen nicht berücksichtigt worden und werde deshalb auf den Fahrplan der französischen EU-Ratspräsidentschaft kommen, die ab 1. Januar beginnt.

          Die Zahl der Menschen, die in diesem Jahr die englische Küste erreichten, lag laut BBC bereits bei über 13.000, im ganzen vergangenen Jahr 2020 wurden nach Angaben des britischen Innenministeriums 8417 Menschen gezählt. Nach einer Zählung der britischen Nachrichtenagentur PA waren es gar über 17.000 im Jahr 2021 – mehr als doppelt so viel wie 2020.

          In den vergangenen zwei Tagen hatten britische Schiffe mehr als 1100 Migranten bei dem Versuch gerettet oder aufgegriffen, über den Ärmelkanal nach Großbritannien zu gelangen. Am Freitag wurden demnach bei 23 Einsätzen insgesamt 624 Migranten aufgegriffen, am Samstag waren es 491 Menschen bei 17 Einsätzen. Im selben Zeitraum hinderten die französischen Behörden nach eigenen Angaben 414 Migranten daran, nach Großbritannien überzusetzen.

          Wie die französische Nachrichtenagentur AFP auf Twitter weiter mitteilte, forderte der französische Minister London zudem auf, die im Juli vereinbarten 62,7 Millionen Euro zur Grenzsicherung bereitzustellen. Vor wenigen Wochen deutete die britische Innenministerin Priti Patel an, dass die Mittel auch zurückgehalten werden könnten, falls Frankreich die Schmugglerboote nicht entschlossener am Ablegen hindere. Darmanin zufolge habe die Küstenwache in den vergangenen drei Monaten allerdings knapp zwei Drittel aller in Frankreich gestarteten Boote gestoppt. Zuvor war es nur die Hälfte.

          Darmanin hatte am Samstag die an der französischen Küste liegenden Orte Loon-Plage und Marck besucht, wo täglich Migranten versuchen, den Ärmelkanal zu überqueren, um nach England zu gelangen.

          Frankreichs Innenminister Gerald Darmanin in Loon Plage
          Frankreichs Innenminister Gerald Darmanin in Loon Plage : Bild: AFP

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