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Messerattacke in Frankreich : Weitere Festnahmen nach mutmaßlichem Terrorangriff

Nach einem Messerangriff in Romans-Sur-Isere sind am Samstag Polizei und Spurensicherung vor Ort. Bild: dpa

Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen zum Messerangriff in Romans-sur-Isère übernommen. In handschriftlichen Aufzeichnungen beklagte sich der Angreifer darüber, „in einem Land von Ungläubigen zu leben“.

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          Nach der Messerattacke im Stadtzentrum von Romans-sur-Isère etwa 100 Kilometer südlich von Lyon hat die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft in Paris Ermittlungen aufgenommen. Ein 33 Jahre alter Asylbewerber aus dem Sudan war am Samstagvormittag mit einem Schlachtermesser auf Passanten im Stadtzentrum des 33.000 Einwohner zählenden Ortes losgegangen und hatte zwei Menschen getötet und fünf weitere teils schwer verletzt. Er rief dabei laut Augenzeugen „Allahu akbar!“.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Bei seiner Festnahme leistete er keinen Widerstand, soll aber nach Aussagen eines Polizeisprechers die Beamten dazu aufgefordert haben, ihn zu erschießen. Bei einer Hausdurchsuchung in seiner Wohnung in einer Asylunterkunft fand die Polizei islamistische Schriften und Aufzeichnungen, in denen der Täter sich darüber beklagt haben soll, in einem Land der Ungläubigen zu leben. Zwei Wohngenossen des Täters, die auch sudanesischer Herkunft sind, wurden wegen des Verdachts der Zugehörigkeit zu einer terroristischen Vereinigung festgenommen.

          Familienvater schützt zwölf Jahre alten Sohn

          Präsident Emmanuel Macron verurteilte die „niederträchtige Tat“ und sagte, es werde alles unternommen, um die Straftat aufzuklären, die „ein ohnehin schon leidgeprüftes Land treffe“. Er sei in Gedanken bei den Opfern, den Verletzten und ihren Angehörigen.

          Am Sonntag wurden neue Details der Messerattacke bekannt. So soll der Mann, der über gültige Aufenthaltspapiere verfügte, zunächst in einen Tabakladen eingedrungen und das Inhaberehepaar angegriffen haben. Dem 65 Jahre alten Mann und seiner 49 Jahre alten Ehefrau gelang es, dem Angreifer das Messer zu entreißen, sie wurden beide schwer verletzt. Der Täter stürzte daraufhin in den benachbarten Metzgerladen, tötete den Schlachtermeister und entwendete ein Schlachtermesser, mit dem er einen Kunden im Alter von 55 Jahren verletzte. Dann soll er ins Freie gestürzt und einen 59 Jahre alten Passanten verletzt haben.

          Anschließend tötete er einen 44 Jahre alten Familienvater, der gerade dabei war, seine Fensterläden zu öffnen. Der Familienvater, dessen Foto am Sonntag in der Zeitung „Le Parisien“ abgebildet wurde, konnte sich gerade noch schützend vor seinen zwölf Jahre alten Sohn stellen, bevor ihm der Angreifer das Messer in die Kehle stieß.

          „Alle Indizien deuten auf eine Terrortat hin“

          Auf seiner Flucht verletzte der Angreifer einen 63 Jahre alten Mann und eine 38 Jahre alte Frau. „Alle Indizien deuten auf eine Terrortat hin“, sagte David Olivier Reverdy von der Polizeigewerkschaft Alliance Police.

          Dem Asylantrag des Täters war im Juni 2017 stattgegeben worden, er erhielt eine Aufenthaltsgenehmigung für fünf Jahre.

          Die rechtspopulistische Partei Rassemblement National (RN) schrieb in einem Kommuniqué: „Auch während der Gesundheitskrise verschwinden die Probleme nicht, die Frankreich durch Masseneinwanderung, staatliche Laschheit und Islamismus entstanden sind. (…) Unser Land wird dadurch noch verletzbarer.“

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