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Frankreich : Festnahmen nach Drohnenflügen über Atomkraftwerken

Drei Verdächtige wurden nahe des Atomkraftwerks Belleville-sur-Loire Belleville-sur-Loire festgenommen Bild: AP

Bei den Ermittlungen wegen der unerlaubten Drohnenflüge über französischen Atomkraftwerken gibt es einen ersten Erfolg. Zwei Männer und eine Frau sind in Polizeigewahrsam. Die Polizei fahndet nach weiteren Verantwortlichen.

          Im Zusammenhang mit unerlaubten Drohnenflüge über französischen Atomkraftwerken haben die Ermittler einen ersten Fahndungserfolg erzielt. Zwei Männer und eine Frau werden seit Mittwoch in Polizeigewahrsam verhört. Doch die Staatsanwaltschaft schloss am Donnerstag aus, dass die drei Verdächtigen alle Drohnenüberflüge seit Oktober organisiert haben könnten. Die Fahndung nach den Verantwortlichen gehe weiter, hieß es in Paris.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Die drei Verdächtigen wurden in unmittelbarer Nähe des Atomkraftwerks Belleville-sur-Loire etwa 150 Kilometer südlich von Paris festgenommen. Sie hatten ihr Auto nahe der Absperrung des Atomkraftwerks geparkt. Im Kofferraum fanden die Ermittler zwei Drohnen. Nach ersten Informationen handelt es sich bei der 21 Jahre alten Frau, ihrem 24 Jahre alten Lebensgefährten und dem 31 Jahre alten Mann um Modellflugzeug-Liebhaber. Die zuständige Staatsanwaltschaft in Bourges teilte mit, die jungen Franzosen würden nicht verdächtigt, für andere Drohnenflüge verantwortlich zu sein. Auch seien sie von der Polizei entdeckt worden, bevor ihre Drohnen das Atomkraftwerk von Belleville-sur-Loire überfliegen konnten. „Die Anlage wurde nicht überflogen, die Drohne blieb außerhalb“, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

          Seit Anfang Oktober sind vom französischen Elektrizitätskonzern EDF, der die 58 Atomreaktoren in Frankreich betreibt, mindestens 15 verdächtige Drohnenflüge festgestellt worden. Die Flugobjekte wurden immer erst nach Einbruch der Dunkelheit gesichtet. EDF hat Anzeige gegen unbekannt erstattet, zugleich aber betont, dass die Sicherheit der Reaktoranlagen nicht bedroht sei.

          Zunächst war spekuliert worden, Atomkraftgegner könnten hinter den Drohnenflügen stecken. Die Umweltorganisation Greenpeace wies entsprechende Spekulationen zurück. Atomkraftwerke dürfen nur in einer Höhe von mindestens 1000 Metern überflogen werden, zugleich muss ein Abstand von mindestens fünf Kilometern eingehalten werden. Bei Missachtung des Überflugverbots können Geldstrafen bis zu 75000 Euro und Haftstrafen bis zu einem Jahr verhängt werden.

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