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Frankreich : Präsidentschaftskandidat Macron lobt Merkels Flüchtlingspolitik

  • Aktualisiert am

Emmanuel Macron lobt die Kanzlerin. Bild: AFP

Die Bundeskanzlerin habe die Würde Europas gerettet, sagt Emmanuel Macron. Jetzt seien die Europäer an der Reihe. 

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          Der französische Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron lobt nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche am 19. Dezember 2016 demonstrativ die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Es sei eine „widerliche Vereinfachung“, wenn Merkel vorgeworfen werde, sie habe mit der Aufnahme von Flüchtlingen die eigene Hauptstadt und ganz Europa der Terrorgefahr ausgeliefert, sagte Macron der „Süddeutschen Zeitung“.

          „Kanzlerin Merkel und die ganze deutsche Gesellschaft waren auf der Höhe unserer gemeinsamen Werte. Sie haben unsere kollektive Würde gerettet, indem sie notleidende Flüchtlinge aufgenommen, untergebracht und ausgebildet haben“, fügte der frühere Wirtschaftsminister hinzu.

          Europas Fehler in der Flüchtlingskrise sei es gewesen, nicht sofort gemeinsame Antworten auf die Herausforderungen der Zuwanderung zu suchen, sagte Macron der „SZ“. Als Italien schon vor Jahren mit der Massenankunft von Flüchtlingen auf der Insel Lampedusa konfrontiert gewesen sei, hätten Frankreich und Deutschland den Partner im Stich gelassen. Nötig sei nun eine gemeinsame Antwort. „Die Lösung besteht in verstärkter europäischer Zusammenarbeit und nicht in unwirksamer nationaler Abkapselung“, sagte Macron.

          Der 39-Jährige war Ende August nach zwei Jahren im Amt als Wirtschaftsminister zurückgetreten. Im November verkündete er, dass er als unabhängiger Kandidat bei der Präsidentschaftswahl 2017 antreten werde. Bereits im April hatte der frühere Investmentbanker seine eigene politische Bewegung „En marche!“ (in etwa: Vorwärts!) gegründet. Diese soll nach seinen Worten „weder links noch rechts“ sein und eine neue „Dynamik“ gegen Reform-“Blockaden“ in Frankreich schaffen.

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