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FPÖ und Russland : Mit Putin gibt es keine Probleme

Putin im Juni bei Kurz und Strache. Bild: dpa

Die Freiheitlichen in Österreich halten engen Kontakt nach Moskau. Ideologisch passt das ziemlich gut. Der Feind sitzt anderswo.

          9 Min.

          Ein paar Tage vor Weihnachten 2016 schickte die Spitze der Freiheitlichen Partei Österreichs Grüße aus Moskau. Eine Selbstaufnahme, verbreitet über Facebook, zeigte den Vorsitzenden Heinz-Christian Strache zwischen seinem Generalsekretär Harald Vilimsky und seinem Stellvertreter Norbert Hofer. Hofer hatte da gerade den historisch größten Erfolg der rechten Partei verpasst: In der Stichwahl um das Amt des Bundespräsidenten war er dem Grünen Alexander Van der Bellen knapp unterlegen. Auf dem Bild blickte er trotzdem fröhlich unter dem Schirm einer Schiebermütze hervor. Ein anderes Foto zeigt die drei beim Selfie-machen sowie einen vierten, Jüngeren: Johann Gudenus, damals Straches Mann in der Wiener Landespolitik und heute Fraktionsvorsitzender der Regierungspartei FPÖ im Nationalrat.

          Stephan Löwenstein

          Politischer Korrespondent für Österreich und angrenzende Länder mit Sitz in Wien.

          Der 42 Jahre alte Gudenus ist eine zentrale Figur, wenn es um die Moskau-Kontakte seiner Partei geht. Er gilt als politisches Ziehkind Straches, dem er als Wiener Stadtvorsitzender der FPÖ nachfolgte, ehe er mit der Regierungsbeteiligung seiner Partei in die Bundespolitik aufrückte. Wie Strache ist er Mitglied der deutschnationalen Wiener Pennäler-Burschenschaft Vandalia. Gudenus hat, wie er sagt, durch sein Studium in Moskau vor 20 Jahren „einige gute Kontakte, die ich einbringen kann“. Schon in der Schulzeit auf dem traditionsreichen Wiener Theresianum lernte er Russisch und wendete es später an, als er während des Jurastudiums regelmäßig Kurse an der Moskauer Lomonossow-Universität besuchte. „Man lernt, sich auszukennen, und die Kontakte werden immer dichter“, sagt Gudenus.

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