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FPÖ-Kandidat Hofer : „Die AfD ist in einer Phase, in der die FPÖ auch mal war“

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Anfang Oktober wird die Stichwahl um das österreichische Präsidentenamt wiederholt: Hofer tritt gegen van der Bellen von den Grünen an. Bild: dpa

In wenigen Wochen könnte er nächster österreichischer Präsident sein: Norbert Hofer bekräftigt die Drohung, mit dem Land aus dem Schengenraum auszutreten – und schildert die AfD als Schwesterpartei.

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          Für den Kandidaten der rechtsgerichteten FPÖ für die Stichwahl zum österreichischen Bundespräsidenten, Norbert Hofer, ist die deutsche AfD eine ähnliche Partei wie die FPÖ. In einem Interview mit der Zeitschrift Stern sagte Hofer: „Die AfD ist in einer Phase, in der die FPÖ auch einmal war.“ Er sehe „große Chancen“, aber auch „ähnliche Probleme, wie wir sie früher in der FPÖ hatten“. Das seien die innerparteilichen Streitigkeiten, die die Partei geschwächt hätten, und das schnelle Wachstum der AfD. Mit Blick auf den aktuellen Wahlerfolg der AfD in Mecklenburg-Vorpommern gehe er davon aus, „dass Frau Merkel ihre Zuwanderungspolitik überdenken wird“.

          Die Entscheidung der deutschen Bundeskanzlerin Merkel, Anfang September 2015 die Grenzen für Flüchtlinge zu öffnen, kritisiert Hofer. „Ich hätte so schnell wie möglich darauf geachtet, dass die Schengen-Außengrenze funktioniert.“ Seine Partei erwäge eine Volksabstimmung über die Schengen-Mitgliedschaft. „Wir müssen daran arbeiten, dass Schengen funktioniert“, so Hofer.

          „Wir, die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, haben uns selbst das Versprechen gegeben, die Grenzen innerhalb der Union abzubauen, weil ja die Außengrenze gesichert sein wird. Wir haben unser Versprechen an uns selbst gebrochen.“ Wenn die Sicherung der Außengrenzen nicht funktioniert, „dann ist Schengen gescheitert“. Hofer weiter: „Dann bleibt mir nichts übrig, als die eigenen Grenzen zu sichern.“

          Die Forderungen nach einem Austritt Österreichs aus der EU hatte Hofer bereits Anfang Juli, kurz nach dem Referendum in Großbritannien, vorgebracht. Nachdem die Wahl zum österreichischen Präsidenten für ungültig erklärt wurde, findet Anfang Oktober abermals eine Stichwahl zwischen Norbert Hofer (FPÖ) und Alexander van der Bellen (Grüne) statt.

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