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„Forsane Alizza“ plante Entführungen : Frankreich weist Islamisten aus

Bild: REUTERS

Frankreich hat fünf bekannte Islamisten des Landes verwiesen. Derweil wurde bekannt, dass Mitglieder der Islamistengruppe „Forsane Alizza“ offenbar eine Entführungsserie in Frankreich geplant hatten.

          Mitglieder der radikalen Islamistengruppe „Forsane Alizza“ hatten offenbar eine Entführungsserie in Frankreich geplant. Am Dienstag wurde in Paris bekannt, dass ein Teil der am Freitag in Polizeigewahrsam genommenen Islamisten die Entführung eines bekannten Untersuchungsrichters mit jüdischem Namen in Lyon vorbereitet hatten. Angeblich waren weitere Entführungen geplant.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Die Islamistengruppe „Forsane Alizza“ war Ende Februar verboten und offiziell aufgelöst worden, deren Mitglieder hatten aber weiterhin Kontakt. Bei einer großangelegten Razzia in mehreren französischen Großstädten waren Ende vergangener Woche 17 mutmaßliche Mitglieder der radikalen islamischen Gruppe in Polizeigewahrsam genommen worden. Es wurde erwartet, dass gegen die Hauptverdächtigen Strafverfahren wegen Zugehörigkeit zu einer terroristischen Vereinigung eröffnet werden. Präsident Sarkozy hatte nach der Mordserie von Toulouse und Montauban eine härtere Gangart gegen islamistische Gruppierungen angekündigt.

          Vier islamischen Predigern, die nach Paris kommen wollten, wurde die Einreise nach Frankreich verweigert. Die Prediger hatten sich unter anderem durch antisemitische und frauenfeindliche Äußerungen hervorgetan. Innenminister Claude Guéant sagte, ihre Präsenz sei nicht vereinbar mit den Werten der Französischen Republik. Mit neuer Entschlossenheit ging der Innenminister auch gegen fünf auf französischem Boden lebende Islamisten vor, die in einem Eilverfahren „zur Wahrung vordringlicher Sicherheitsinteressen“ des Landes verwiesen wurden.

          Dabei handelt es sich um den Algerier Ali Belhadad, der 1997 wegen seiner Beteiligung an den Attentaten von Marrakesch 1994 - mit 14 Toten und 23 Verletzten - zu 18 Monaten Haft verurteilt worden war. Er lebte zuletzt im Süden von Paris und soll Kontakte zu radikalen islamistischen Netzwerken intensiviert haben.

          Ausgewiesen wurde auch ein Imam aus Mali, Almamy Baradji, dessen antisemitische Predigten seit langem überwacht wurden. Auch ein tunesischer Islamist, Malek Drine, sowie ein türkischer Imam, Yusuf Yuksel, sind an ihre Heimatländer überstellt worden. Nach dem saudischen Imam Saad Nasser Alshadry wird gefahndet. Der Prediger, der Gläubige vor Kontakt mit Nicht-Muslimen warnte, ist untergetaucht.

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