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Nach Enthauptung von Journalisten : Großbritannien fahndet nach Foley-Mörder

  • Aktualisiert am

James Foley (Archivbild 2012) soll von einem Briten getötet worden sein Bild: dpa

Eine frühere Geisel der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ will den mutmaßlichen Mörder des amerikanischen Journalisten James Foley wiedererkannt haben. Gleichzeitig versucht der britische Geheimdienst den Islamisten, der sich selbst „John“ nennt, zu identifizieren.

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          Der Mörder des amerikanischen Journalisten James Foley soll einem Bericht des „Guardian“ zufolge ein Brite sein, der sich selbst John nennt und eine Gruppe britischer Islamisten anführt. Das habe eine frühere Geisel der Gruppe bestätigt, berichtete die britische Zeitung am Donnerstag. Die Gruppe soll Geiseln in Syrien gefangen halten. Der Mörder im Video ist dem Bericht zufolge der selbe Mann, der in diesem Jahr Verhandlungen über die Freilassung eines spanischen Journalisten geleitet habe. Er soll hauptsächlich in der syrischen Stadt Al-Rakka leben.

          Der Täter in der Filmaufnahme spricht mit englischem Akzent, Sprachexperten zufolge kommt er wahrscheinlich aus dem Osten Londons. Britische Geheimdienste arbeiten an der Identifizierung des Mannes. Die frühere Geisel sagte dem „Guardian“ zufolge, der Mann sei intelligent, gebildet und streng gläubig. Die Gruppe der aus Großbritannien stammenden Islamisten soll von den Geiseln „Die Beatles“ genannt worden sein.

          Tod des Journalisten James Foley : Briten suchen den Mörder

          Auch der französische Radioreporter Didier François vom Sender Europe-1, der ebenso wie Foley von dieser Gruppe in Syrien als Geisel genommen worden war, will den britischen Dschihadisten als einen seiner früheren Peiniger wiedererkannt haben. François war im Juni 2013 im Norden Aleppos  in die Hände der Terrorgruppe gefallen. Im April 2014 wurde er befreit. Die französische Regierung soll laut Medienberichten für seine Befreiung und dreier weiterer in Syrien entführten französischen Reporter ein Lösegeld von 18 Millionen Dollar bezahlt haben. Zehn Monate hatten sich die Männer in der Gewalt syrischer Entführer befunden. Am 19. April kam die Nachricht ihrer Befreiung. Damals hieß es, türkische Soldaten hätten die Männer mit verbundenen Augen und gefesselten Händen im Niemandsland an der Grenze zu Syrien gefunden.

          Die französischen Reporter im Alter zwischen 22 und 53 Jahren mussten während  ihrer zehnmonatigen Geiselhaft Scheinhinrichtungen und körperliche Misshandlungen über sich ergehen lassen. Die Männer waren im Juni 2013 von islamistischen Gruppen gekidnappt und in einem Kellerverlies bei Aleppo gefangen gehalten worden, zeitweise eng aneinander gekettet.

          100 Millionen Dollar Lösegeld gefordert?

          Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat nach einem Bericht der „New York Times“ 100 Millionen Dollar (75,4 Millionen Euro) Lösegeld für Foley verlangt. Das berichtete die Zeitung am Donnerstag unter Berufung auf Vertreter der Familie des Toten sowie auf einen namentlich nicht genannten Mitgefangenen Foleys. Im Gegensatz zu europäischen Staaten lehnen es die Vereinigten Staaten kategorisch ab, Lösegelder zur Geiselbefreiung zu zahlen. Eine Befreiungsaktion des amerikanischen Militärs zur Rettung Foleys und weiterer Geiseln in der Hand der Islamisten war kürzlich gescheitert.

          Laut „New York Times“ sind Lösegelder aus europäischen Ländern zum Haupteinkommen der Terrorgruppe IS und ihrer Ableger geworden. Sie hätten in den vergangenen fünf Jahren mindestens 125 Millionen Dollar an Lösegeldern eingenommen, ergab demnach eine Studie der Zeitung. Washington lehnt die Zahlung von Lösegeld seit vielen Jahren mit der Begründung ab, dies sei ein Anreiz für weitere Geiselnahmen. Allerdings führe dies dazu, „dass gefangene Amerikaner geringe Chancen haben, freigelassen zu werden“, schreibt das Blatt.

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