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Nach Enthauptung von Journalisten : Großbritannien fahndet nach Foley-Mörder

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Debatte über britische Dschihadisten

In Großbritannien hat das im Internet verbreitete Video der Enthauptung Foleys abermals den Blick auf die Gefahr durch einheimische Extremisten gelenkt. Schätzungen zufolge sind in den vergangenen beiden Jahren bis zu 500 Briten in den bewaffneten Kampf nach Syrien oder in den Irak gezogen. In diesem Jahr wurden laut einer Zählung der BBC 69 mutmaßliche Dschihadisten in Großbritannien festgenommen, nahezu dreimal so viele wie im Vorjahr. Premierminister David Cameron erklärte, es deute vieles darauf hin, dass auch der Mörder von Foley aus Großbritannien stamme.

London müsse seine Anstrengungen verstärken, um die Rekrutierung von Briten durch Dschihadisten in Syrien und im Irak zu verhindern, forderte der Regierungschef. Besonders anfällig für die Lockrufe der Islamisten sind Experten zufolge junge Briten aus der zweiten oder dritten Einwanderergeneration. „Diese Generation wird nicht so erfolgreich sein wie ihre Eltern“, sagt Erin Marie Saltman vom Islamisten-Forschungsinstitut Quilliam Foundation. Viele hätten ein Problem, in der globalisierten Welt ihre Identität zu finden. „Einige Menschen bevorzugen klare Strukturen und sind anfällig für Gruppen, die ihnen einen Tod als Märtyrer und einen Status als Superheld und Weltenretter versprechen.“

„Konvertiert und radikalisiert“

Nach Einschätzung des Terrorismusexperten Afzal Ashraf vom Royal United Services Institute (Rusi) befindet sich unter den britischen Dschihadisten auch eine große Zahl von Kriminellen, die im Gefängnis „konvertierten und radikalisiert wurden“. Für andere sei der Eindruck, dass „Muslime von den westlichen Regierungen unterdrückt werden“, der entscheidende Auslöser, sich den Extremisten anzuschließen. Ein solcher Fall erschütterte das Land im Mai 2013, als zwei zum Islam konvertierte Briten den Soldaten Lee Rigby in London auf offener Straße ermordeten.

Der Haupttäter gab später an, er habe Vergeltung für die Tötung von Muslimen durch britische Soldaten üben wollen. Rigby war 2006 in die Armee eingetreten und hatte später in Afghanistan gedient. Dass ein Dschihadist mit englischem Akzent in dem Hinrichtungsvideo von Foley auftrat, ist für Saltman kein Zufall: „Wenn wir jemanden sehen, der offenbar in einer aus unserer Sicht zivilisierten und demokratischen Gesellschaft aufwuchs, dann trifft uns das deutlich härter.“ Vor Ort spielen die britischen Kämpfer nach Einschätzung Ashrafs oft eine untergeordnete Rolle. Sie würden als Selbstmordattentäter oder Wachen eingesetzt, da die einheimischen Extremisten ihnen nicht vertrauten oder weil ihre Arabischkenntnisse für anderer Tätigkeiten nicht ausreichten. Zuletzt wurde der 25-jähriger Brite Muhammad Hamidur Rahman im Kampf an der Seite der IS-Extremisten in Syrien getötet.

In Großbritannien hatte der spätere Dschihadist, der für eine Billig-Modekette arbeitete, ein unauffälliges Leben geführt.  Saltman befürchtet, dass der militärische Erfolg der Dschihadisten weitere Briten in die Arme der Extremisten treiben könnte, da ihr Vormarsch als eine Erfolgsgeschichte wahrgenommen werde. Ashraf widerspricht ihr in diesem Punkt: „Sie haben der muslimischen Welt Elend gebracht, und sie sind - im wahrsten Sinne des Wortes - ein Haufen von Verlierern.“

Der frühere Leiter der Anti-Terror-Abteilung des britischen Geheimdienstes, Richard Barrett, sieht immerhin gute Chancen, dass der Mörder Foleys früher oder später gefasst wird. Die Ermittler könnten auf Hinweise aus dem Umfeld des Täters in seiner Heimat hoffen, sagte Barrett am Donnerstag der BBC. Auch wenn der Bürgerkrieg in Syrien eine Festnahme erschwere, werde der Dschihadist am Ende vor Gericht landen.

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