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Passagierflugzeug abgeschossen : Irans zynisch spätes Geständnis

  • -Aktualisiert am

Trauerfeier für General Soleimani: Der Oberste Führer Chamenei empfängt Präsident Hassan Rohani und weitere Vertreter der Führung (von rechts) Bild: EPA

Erst nach drei Tagen hört das Regime auf, das Offensichtliche zu leugnen: Irans Militär hat 176 tote Flugpassagiere auf dem Gewissen. Vor allem offenbart die Führung damit ihre Verachtung fürs eigene Volk.

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          Wer ein Flugzeug abschießt, der braucht nicht drei Tage, um die Ursache für dessen Absturz zu ermitteln. Trotzdem hat die iranische Führung, deren Präsident Hassan Rohani nun einen „unverzeihlichen Fehler“ zugibt, dem Westen noch am Freitag „psychologische Kriegführung“ vorgeworfen, weil Amerikaner und Kanadier ihre Erkenntnisse über den Abschuss des ukrainischen Passagierflugzeugs in der Nacht auf Mittwoch publik gemacht hatten. Teheran wies alle Berichte als „Lüge“ zurück, welche seit Donnerstag die Wahrheit darlegten: Eine iranische Flugabwehrrakete brachte das Flugzeug zum Absturz und tötete 176 Zivilisten. Sogar als „wissenschaftlich unmöglich“ war das von der iranischen Regierung abgetan worden.

          Das Teheraner Regime hat damit nicht nur der restlichen Welt seine Missachtung bewiesen, sondern in erster Linie wieder einmal dem eigenen Volk. Immerhin waren die meisten getöteten Flugpassagiere Iraner. Auch jetzt haben deren Hinterbliebene wenig Aussichten, die ganze Wahrheit zu erfahren, selbst wenn den angeblich verantwortlichen Soldaten nun rasch der Prozess gemacht werden soll und Vertreter der Revolutionsgarden angewiesen wurden, im Staatsfernsehen Auskunft zu geben.

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