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Leck bei Fluggesellschaft TAP : Hacker erbeuten in Portugal 1,5 Millionen Kundendaten

Ein Flugzeug der portugiesischen Gesellschaft TAP Bild: AP

Namen, Telefon- und Ausweisnummern, Geburtsdaten und Mail-Adressen: Sogar persönliche Daten des portugiesischen Ministerpräsidenten wurden im „Dark Web“ veröffentlicht.

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          Eine neue Cyberattacke erschüttert Portugal. Nach einem Angriff auf die portugiesische Fluggesellschaft TAP hat die Hackergruppe „Ragnar Locker“ persönliche Daten des portugiesischen Ministerpräsidenten António Costa im „Dark Web“ veröffentlicht. Auch Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa ist von dem Leck betroffen.

          Hans-Christian Rößler
          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Ein „Bürger“ habe darauf hingewiesen, dass private Angaben von ihm im Internet zugänglich seien, teilte das Büro des Staatschefs mit. Die Chefs des Geheimdienstes SIS und der Republikanischen Nationalgarde (GNR) waren laut Presseberichten Opfer des Lecks, wie mehrere Parlamentarier, unter ihnen der Vorsitzende der rechtspopulistischen Chega-Partei.

          Insgesamt wurden nach Angaben der Hackergruppe während des Angriffs Ende August Informationen über etwa 1,5 Millionen Kunden preisgegeben. Laut TAP handelt es sich um Namen, Mobiltelefon- und Ausweisnnummern, das Geburtsdatum sowie E-Mail-Adressen, aber nicht um Bankverbindungen und Kreditkartennummern. In der Presse ist von einem zweiten Paket mit Geschäftsdokumenten von TAP die Rede, die „sensiblen Daten“ über andere Fluggesellschaften – unter ihnen auch Lufthansa – enthielten.

          Angeblich weiter Fernzugriff auf TAP

          Die Hacker behaupten, sie hätten weiter Fernzugriff auf die TAP-Systeme. TAP habe „nichts getan“, um die Kunden zu schützen. Weder Angreifer noch die Gesellschaft ließen wissen, ob finanzielle Forderungen erhoben wurden. TAP trifft die Attacke mitten in einer Krise. Nachdem eine erste Privatisierung gescheitert war, hatte die Regierung TAP während der Corona-Pandemie mit 2,5 Milliarden Euro am Leben gehalten. 2023 will sie mindestens 50 Prozent ihrer Anteile verkaufen. Zu den Interessenten zählt auch Lufthansa.

          Erst vor wenigen Tagen hatte die Generalstaatsanwaltschaft einen Cyberangriff auf den Generalstab der Streitkräfte bestätigt. Nach Erkenntnissen amerikanischer Geheimdienste wurden Hunderte geheime NATO-Dokumente entwendet und im Dark Web zum Verkauf angeboten. Vor zwei Jahren hatte Ragnar Locker in Portugal den Energieversorger EDP ins Visier genommen. Damals soll ein Lösegeld in Höhe von zehn Millionen Euro gefordert worden sein. Nur technische Vorkehrungen hatten damals verhindert, dass es in Portugal dunkel wurde, hieß es damals.

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