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Flüchtlingsstrom : Honduras wirft Aktivisten Destabilisierung vor

Honduranische Polizisten versuchen den Flüchtlingsstrom an der Grenze aufzuhalten. Bild: EPA

Tausende fliehen aus Zentralamerika vor Gewalt und Elend. Donald Trump empfängt die Flüchtlinge auf seine Weise. Dabei ist das Hauptproblem ihrer Herkunftsländer aus den Vereinigten Staaten importiert.

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          Jeden Tag werden es mehr. Und sie sind nicht aufzuhalten. Eine kilometerlange Karawane von Tausenden Migranten aus Zentralamerika bewegt sich auf die Vereinigten Staaten zu. Nach mexikanischen Angaben sind es knapp viertausend, nach Schätzungen der Vereinten Nationen siebentausend. Es sind Männer, Frauen und Kinder aus Honduras, El Salvador, Guatemala und Nicaragua, die ihre Heimat verlassen haben und im Norden ein besseres Leben suchen. Es ist nicht die erste Karawane dieser Art. Aber noch nie war eine so groß. Und noch nie weckte sie ein derart großes Interesse, weltweit.

          Tjerk Brühwiller
          Korrespondent für Lateinamerika mit Sitz in São Paulo.

          Die meisten Migranten in der Karawane hatten bereits seit längerem den Entschluss gefasst, ihr Land zu verlassen. In Honduras fanden sie sich in den sozialen Netzwerken. Dann bot sich die Gelegenheit. Eine Woche bevor sich die Migranten auf den Weg machten, teilte der frühere honduranische Abgeordnete und Aktivist Bartolo Fuentes auf seiner Facebook-Seite einen Aufruf: „Wir gehen nicht, weil wir wollen, sondern weil Gewalt und Armut uns dazu zwingen.“ Wer am Marsch teilnehmen wolle, solle am Mittag des 12. Oktober am Busbahnhof von San Pedro Sula sein. Hunderte Honduraner kamen zum Treffpunkt. Die Nachricht verbreitete sich über die sozialen Netzwerke, die Fernsehsender begannen zu berichten. Noch bevor man im Weißen Haus Notiz davon nahm, wusste ganz Zentralamerika von der Karawane. Salvadorianer, Nicaraguaner und Guatemalteken packten ihre Sachen und stießen dazu. Als die Karawane in Guatemala an der mexikanischen Grenze stand, hatten sich ihr bereits Tausende angeschlossen. Fuentes, der die Migranten auf ihrem Weg begleitet hatte, wurde noch in Guatemala verhaftet.

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