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Flüchtlingspakt mit Ankara : Türkische Verfinsterung

Auf beschwerlichem Weg: Flüchtlinge, die auf Lesbos untergebracht waren, erreichen Thessaloniki. Bild: AP

Auf den griechischen Inseln kommen so viele Flüchtlinge an wie seit 2016 nicht mehr. Dabei scheint Ankara eine unrühmliche Rolle zu spielen – trotz des Flüchtlingsabkommens.

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          In den vergangenen Wochen sind so viele Menschen irregulär in Griechenland angekommen wie seit dem bisherigen Höhepunkt der Migrationskrise nicht mehr. Zwar liegt die Zahl immer noch deutlich unter den Werten, die zwischen Mitte 2015 und März 2016 erreicht wurden. Damals bildeten die in Sichtweite der türkischen Küste gelegenen griechischen Inseln in der Ägäis für mehr als eine Million Menschen den Ausgangspunkt der „Balkan-Route“, die sie nach Österreich, Deutschland, Schweden und in andere nordwesteuropäische Staaten führte.

          Michael Martens

          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Im vergangenen Monat wurden 8000 Migranten auf den Inseln registriert. Im Oktober 2015 waren es noch mehr als 200.000 gewesen. Doch die Zahlen steigen seit Wochen kontinuierlich. Die im August von den Vereinten Nationen gemeldeten Ankünfte sind die höchsten seit März 2016. In jenem Monat trat ein Abkommen zwischen der EU und der Türkei in Kraft, das die Zahl der auf den Inseln ankommenden Migranten – im Zusammenwirken mit der zur gleichen Zeit „geschlossenen“ Balkan-Route – stark senkte.

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