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Westsahara : Hoffnung auf den Krieg

Blick auf das Flüchtlingslager El Aaiún im Süden Algeriens Bild: Martin Franke

Marokko hält die Westsahara besetzt – die Einheimischen geben sich kämpferisch. Sie harren in Flüchtlingslagern in Algerien aus.

          5 Min.

          Mahsen Abba Badati will nicht länger warten. Der 28 Jahre alte Mann lebt in einem Flüchtlingslager im Süden Algeriens. Er gehört zur Volksgruppe der Sahraui, die ursprünglich als Nomaden durch die Westsahara zogen. Das Gebiet, das die Sahrauis beanspruchen, wird aber auch von Marokko beansprucht. Badati wurde in Algerien geboren. Dort gibt es seit nunmehr 42 Jahren fünf selbstverwaltete sahrauische Flüchtlingslager, in denen schätzungsweise 170.000 Menschen leben. Und sie alle hoffen auf die Unabhängigkeit der Westsahara.

          Martin Franke

          Redakteur vom Dienst bei FAZ.NET.

          „Wir wollen hier nicht ewig als Heimatlose leben. Glaub mir, wir möchten nicht, dass unsere Söhne und Töchter einmal in diesen Lagern geboren werden. Es ist einfach zu hart“, sagt Badati. Der schmale Mann trägt Turban, wenn er das karg eingerichtete Haus verlässt. Ein wenig Geld verdient er mit Gelegenheitsjobs als Bauarbeiter und Touristenführer. Da geht es ihm nicht anders, als den meisten seiner Landsleute. Wenn es gut läuft, hat er am Ende des Monats 20.000 algerische Dinar in der Tasche, das sind 140 Euro. Hilfe erhalten er und die meisten Familien in den Lagern von der Europäischen Union und den Vereinten Nationen, pro Person und Monat gibt es ein halbes Kilo Reis und Gerste, einen halben Liter Öl und sieben Kilo Mehl. Das reiche kaum zum Überleben, sagt Badati. Seit in Syrien und im Jemen Kriege ausgebrochen seien, kämen auch immer weniger Lebensmittel in den Lagern an.

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