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Flüchtlingskinder : Leben retten

Der Hölle entkommen: Kinder spielen in einem Flüchtlingslager auf dem Festland in Korinth Bild: dpa

Schnelle Hilfe für die Menschen in den griechischen Lagern ist ein Gebot der Humanität. Dass es aus der Bundesregierung trotzdem Kritik am Grünen-Vorsitzenden gibt, liegt nicht an Herzlosigkeit.

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          Wer die Verhältnisse kennt, wird Robert Habeck in einem Punkt nicht widersprechen: Schnelle Hilfe für die Menschen in den griechischen Lagern ist ein Gebot der Humanität. Die Zuständen auf den Inseln sind menschenunwürdig, mitten in Europa herrschen Gewalt und Elend. Ein Säugling starb kürzlich an Dehydrierung, Ärzte berichten von sexuellem Missbrauch und Kinderprostitution. Als erstes die Kinder aus dieser Hölle zu befreien, ist ein naheliegender Wunsch.

          Dass es aus der Bundesregierung trotzdem Kritik am Grünen-Vorsitzenden gibt, liegt nicht daran, dass man dort kein Herz hätte. Berlin hat gerade erst Hilfsgüter im Wert von anderthalb Millionen Euro nach Griechenland geschickt. Daneben unterstützt Deutschland die griechische Asylbehörde, damit die Asylverfahren schneller abgewickelt werden können. Die Griechen, so die Hoffnung, sollen die Lage selbst in den Griff bekommen.

          Als Lehre aus der Flüchtlingspolitik hat sich die Ansicht durchgesetzt, dass man an den Prinzipien der Flüchtlingspolitik nicht deshalb rütteln soll, weil über die Medien Bilder verbreitet werden, die Mitleid erregen. Doch darüber darf man nicht vergessen, dass jedes Prinzip Ausnahmen kennt. Die muss man als solche deutlich machen, sie müssen maßvoll angewendet werden, es muss gute Gründe dafür geben. Der Bundesinnenminister hat bei der Seenotrettung gezeigt, wie das gehen kann. Humanitäre Gesten lösen niemals alle Probleme, aber können Leben retten.

          Helene Bubrowski

          Politische Korrespondentin in Berlin.

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