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Stundenlange Wartezeit : Flüchtlinge verhindern Zugverkehr im Eurotunnel

  • Aktualisiert am

Passagiere in Calais warten auf die Weiterreise. Bild: Reuters

Weil Flüchtlinge versuchten, durch den Eurotunnel nach England zu gelangen, mussten Reisende stundenlang ausharren – und wurden dazu aufgefordert, bei der Suche nach illegalen Einwanderern zu helfen.

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          Hunderte Eurostar-Passagiere haben in der Nacht zu Mittwoch stundenlang festgesessen, weil Flüchtlinge auf die Schnellzüge klettern und so durch den Tunnel unter dem Ärmelkanal nach Großbritannien gelangen wollten. Insgesamt seien fünf Züge betroffen gewesen, teilte der Zugbetreiber Eurostar per Twitter mit.

          Drei der Züge seien am frühen Mittwochmorgen nach London weitergefahren, die beiden anderen seien zu ihrem jeweiligen Startbahnhof in Paris und London zurückgekehrt.

          Am späten Dienstagabend hatte Eurostar mitgeteilt, dass die Züge angehalten worden seien. Die Behörden seien „mit Eindringlingen zugange“, die auf den Gleisen am Bahnhof im französischen Calais gesichtet worden seien.

          Passagiere sollten auf Geräusche von Flüchtlingen achten

          Die Züge müssten warten, bis die Menschen von den Gleisen entfernt worden seien, teilte Eurostar mit. Medienberichten zufolge waren es Flüchtlinge, die wie Tausende vor ihnen versuchten, durch den Tunnel nach Großbritannien zu gelangen.

          In einem der Züge nach London, der nur gut eineinhalb Kilometer vor der Tunneleinfahrt bei Calais halten musste, wurden die Fahrgäste aufgefordert, sehr leise zu sein. Sie sollten auf Geräusche von Menschen achten, die versuchten, auf das Dach des Zuges zu klettern. Ein Hubschrauber überflog den Zug und suchte ihn mit einem Scheinwerfer ab. Sicherheitsleute überprüften die Gleise. Entdeckt haben sie offenbar niemanden.

          Die Passagiere saßen fast vier Stunden in dem Zug fest - im Dunkeln und in immer größerer Hitze. Der Strom war abgeschaltet. Dann beorderte Eurostar den Zug nach Calais zurück. Wer versuchte, den Bahnhof zu verlassen und die Reise nach Großbritannien per Fähre fortzusetzen, wurde von der französischen Polizei daran gehindert: Die Zoll- und Einreisebestimmungen erforderten es, dass die Passagiere nach Paris zurückführen.

          Dann allerdings teilte Eurostar mit, dieser Zug könne nicht genutzt werden, um die Fahrgäste nach Paris zu bringen, man suche nach Alternativen. Ein Passagier empörte sich: „Wir wurden irgendwo in der Kälte auf einem Bahnsteig zurückgelassen, ohne jede Information. Um vier Uhr früh, mitten im Nirgendwo!“

          Im französischen Calais versuchen Tausende Migranten - die meisten von ihnen aus Afrika - auf Züge oder Schiffe zu gelangen und den Ärmelkanal zu überqueren, um in Großbritannien ein neues Leben zu beginnen. Um den Flüchtlingsstrom zu stoppen, hatten die Innenminister beider Länder am Donnerstag vereinbart, die Kontrollen nochmals erheblich zu verschärfen.

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