https://www.faz.net/-gpf-913j2

Migration : SPD will Flüchtlingslager in Mali und Niger schaffen

  • Aktualisiert am

Will Flüchtlinge schon vor Erreichen der nordafrikanischen Mittelmeerküste in eigens geschaffenen Einrichtungen unterbringen: der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Oppermann Bild: dpa

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Oppermann will Flüchtlinge bereits vor Erreichen der nordafrikanischen Mittelmeerküste in eigens geschaffenen Einrichtungen unterbringen. Und dringt auf eine konsequentere Abschiebepolitik.

          1 Min.

          Die SPD will Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa mit Lagern in afrikanischen Ländern vor ihrer Weiterreise nach Libyen aufhalten. Man müsse vor Libyen sichere Orte schaffen, damit die Geflohenen nicht in die Hände von Schleppern gerieten, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Oppermann dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) (Freitag). Denkbar sei dies in Ländern wie Mali, Niger und Ägypten, die laut Oppermann sicherer sind als Libyen. „Dort müssen diese Menschen versorgt und über ihre Möglichkeiten beraten werden, auch über Alternativen zur Flucht nach Europa.“

          Oppermann dringt zudem auf eine konsequente Abschiebepolitik. „Wer kein Asylrecht hat, muss schnell zurückgebracht werden“, sagte er. Für die in Europa verbleibenden Flüchtlinge forderte er gemeinsame europäische Lösungen und drohte Konsequenzen für Länder an, die sich dem entgegen stellen. „Einige glauben, dass es selbstverständlich ist, aus den EU-Fonds Milliardenhilfen zu bekommen. Das ist ein Irrtum. Darüber werden wir bei den nächsten Haushaltsverhandlungen reden.“

          Deutschland habe Einfluss auf die Verteilung der Mittel, sagte Oppermann. „Länder, die keine Flüchtlinge aus Griechenland und Italien aufnehmen wollen, werden deutlich weniger Geld bekommen. Die eingesparten Mittel kann die EU in Fluchtursachenbekämpfung und in wirtschaftliche Zusammenarbeit in Afrika investieren.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Dicke Luft in Stuttgart

          Klimagipfel : Mit Verzichtspanik wird nichts erreicht

          Als müsste in einer klimafreundlicheren Welt jemand aufs Auto, aufs Heizen, Fliegen oder auf Kinder verzichten! Das Vertrauen in die Technik ist bei denen, die den Innovationsgeist am lautesten für sich reklamieren, am geringsten.
          Leonardos „Heiliger Hieronymus in der Wildnis” blieb um 1480 unvollendet.

          KI im Kunsteinsatz : Großreinemachen

          Mit Hilfe künstlicher Intelligenz wird Shakespeare sortiert und Beethoven vollendet. Werke von Leonardo und Cézanne, Kafka und Musil, Mahler und Musil warten schon. Wohin soll das führen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.