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Flüchtlinge in Spanien : Sie fürchten sich vor nichts mehr

Warten auf Besserung: Flüchtlinge in Los Barrios, nahe Alegeciras, stehen Schlange, damit ihre Personalien registriert werden können. Bild: Reuters

In Spanien kommen inzwischen die meisten Flüchtlinge an. Die Hafenstadt Algeciras kämpft mit den Folgen. Und die Afrikaner hoffen auf ein besseres Leben.

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          Die Augen sind klein vor Müdigkeit. „Ich will nur noch schlafen“, sagt Zakaria. Zwei Jahre lang war der junge Mann aus Mali unterwegs. Ihn stören die vielen Menschen in der kargen Sporthalle von Los Cortijillos nicht. Tagsüber zieht er sich mit seinen beiden Weggefährten in den Schatten der hohen Mauer um den Sportplatz zurück. Auf der Schnellstraße daneben stauen sich die Urlauberautos auf dem Weg zum Strand, ab und zu rumpelt auf der Eisenbahnlinie ein Regionalexpress. Den 27 Jahre alten Zakaria beruhigen diese Geräusche. Er fürchtet sich vor nichts mehr, seit er vor zehn Tagen mit Eric und Sako in Marokko mit vierzig anderen in ein Schlauchboot gestiegen ist.

          Hans-Christian Rößler
          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Sie hatten Glück. Die marokkanische Polizei tauchte nicht auf, die See war ruhig an dem Sommertag. Es dauerte nicht lang, bis die spanische Küstenwache sie zwischen den riesigen Containerschiffen aus der Straße von Gibraltar fischte. Auf einmal waren sie dort, wohin sie immer wollten. Doch das gelobte Land entpuppte sich für sie als ein Sportzentrum, das gerade renoviert wird. Das grüne Gittertor ist mit einer Eisenkette verriegelt. Die Beamten der Guardia Civil lassen niemanden hinaus in das Niemandsland hinter dem Containerhafen und dem großen Stahlwerk am Rand der Hafenstadt Algeciras.

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