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Flüchtlinge in der Türkei : Europa schottet sich ab

  • -Aktualisiert am

Flüchtlinge auf dem Weg zu einem Camp auf der türkischen Seite der türkisch-griechischen Grenze bei Pazarkule Bild: AFP

Der Kontinent schmückt sich weiter mit einem großzügigen Asylrecht, unternimmt aber immer mehr dagegen, dass es in Anspruch genommen werden kann. Höchste Zeit, diese Sache grundsätzlich zu überdenken.

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          Der türkische Präsident spielt stets mit hohem Einsatz, aber diesmal hat er sich verzockt. Es fängt damit an, dass er mit seiner „Grenzöffnung“ nicht die ganz große Völkerwanderung nach Europa lostreten konnte. In der Türkei leben etwa fünf Millionen Flüchtlinge. Wenn die Zahlen stimmen, die diese Woche bekannt wurden, machten sich nur etwa 13.000 davon auf den Weg Richtung Norden. Vor allem viele Syrer haben sich in der Türkei inzwischen ein Leben aufgebaut, das sie nicht einmal dann aufgeben wollen, wenn ihnen der Gastgeber demonstrativ die Richtung weist. Vieles spricht dafür, dass selbst der Ansturm auf den griechischen Grenzposten Kastanies, der so viele hässliche Bilder liefert, durch Ankara gesteuert wird. Es fällt schon auf, dass es an der Landgrenze zu Bulgarien und auf den Meeresrouten in der Ägäis eher ruhig blieb.

          Falsch eingeschätzt hat Erdogan auch die Reaktion der Europäer. Ganz offenbar hat er nicht damit gerechnet, dass die Griechen die Grenze schließen würden. Man sieht das daran, dass der türkische Staat mehrere Tage brauchte, um größere Polizeieinheiten in das Grenzgebiet zu verlegen. Wahrscheinlich hat man in Ankara erwartet, dass die Griechen die Migranten einfach passieren lassen. Aber anders als 2015 kann die Regierung in Athen sie nicht mehr nach Norden durchwinken. Die Balkan-Route ist geschlossen.

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