https://www.faz.net/-gpf-896zz

Angst vor Abschiebung : Flüchtling in Australien verbrennt sich selbst

  • Aktualisiert am

Demonstranten in Sydney protestieren gegen die Flüchtlingspolitik der Regierung. Bild: Reuters

Australien verfolgt eine sehr rigide Flüchtlingspolitik. Aus Angst vor seiner Abschiebung hat sich nun ein Flüchtling in der Nähe von Melbourne selbst verbrannt. Zwei Mitarbeiterinnen einer Hilfsorganisation mussten hilflos zusehen.

          1 Min.

          Ein Flüchtling aus Afghanistan hat sich in Australien aus Angst vor einer Abschiebung während eines Videotelefonats mit Benzin übergossen und anschließend angezündet. Zwei Mitarbeiterinnen der Flüchtlingshilfe-Organisation „Refugee Rights Action Network“ versuchten während des Telefonats, den 30 Jahre alten Mann von seinem Vorhaben abzubringen, wie sie der Zeitung „The Age“ berichteten. Sie alarmierten die Polizei, ehe die Leitung abbrach. Die Leiche wurde am Sonntag in der Nähe von Melbourne gefunden, wie am Montagabend im Einwanderungsausschuss des Senats in Canberra berichtet wurde.

          Der Mann war seit drei Jahren mit einem vorübergehenden Visum in Australien. Er fürchtete, abgeschoben zu werden. „Mein Verbrechen ist, dass ich ein Flüchtling bin“, schrie er nach Angaben der Mitarbeiterinnen, ehe er sich umbrachte.

          Australien hat eine strikte Flüchtlingspolitik. Nur, wer sich aus einem Flüchtlingslager im Ausland um Asyl bewirbt, hat Chancen. Alle, die selbst per Boot nach Australien flüchten, werden zur Umkehr gezwungen oder in Flüchtlingslager gebracht. Die Lager unterhält Australien in bitterarmen Nachbarländern wie Papua-Neuguinea oder Nauru im Pazifik. Flüchtlinge warten dort oft jahrelang, und werden bei erfolgreichen Asylantrag in Länder wie Kambodscha gebracht.

          Weitere Themen

          Ende der Zurückhaltung

          Israels Iran-Strategie : Ende der Zurückhaltung

          Israel sieht Iran durch die Tötung Soleimanis und die Proteste im Land geschwächt – und will das ausnutzen. Den Konflikt um Teherans Atomprogramm betrachtet der Geheimdienst nüchtern.

          Mexiko-Mauerbau auf Prüfstand Video-Seite öffnen

          Streit vorprogrammiert : Mexiko-Mauerbau auf Prüfstand

          Die „Washington Post“ hatte am Montag über Beratungen in der amerikanischen Regierung über einen Antrag in Höhe von 7,2 Milliarden Dollar berichtet. Das wäre weit mehr als der Kongress für den Bau der Abgrenzung zugesichert hat und könnte zu einer Auseinandersetzung mit den Demokraten führen.

          Topmeldungen

          Traktoren stehen an diesem Freitag nach einer Sternfahrt auf den Exerzierplatz in Kiel

          Start der Grünen Woche : Aus für die Bullerbü-Landwirtschaft

          Alle müssen satt werden – also Schluss mit romantischen Vorstellungen, warnt Ministerin Julia Klöckner zum Auftakt der Grünen Woche. Angesichts der Bauernproteste ist die Messe so politisch wie selten zuvor.
          Das gibt nur Ärger: Doppelspitze auf dem Hühnerhof

          Fraktur : Zwei sind einer zu viel

          Fundamental alternative Fakten: Anmerkungen zu den Kompetenzdefiziten der Woche.
          Neu errichtete Mehrfamilienhäuser im Europaviertel in Frankfurt: In den meisten Teilen Deutschlands ist das Wohnen zur Miete erschwinglicher geworden.

          Wohnungsmarkt : Mieten wird erschwinglicher

          Die steigenden Mieten belasten viele Deutsche. Dabei sind sie in den meisten Teilen der Bundesrepublik erschwinglicher geworden. Wer profitiert – und wer das Nachsehen hat.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.