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Flüchtiger Wirecard-Vorstand : Jan Marsalek und die Spur nach Russland

Die Unternehmenszentrale in Aschheim bei München Bild: Frank Röth

Jan Marsalek, der flüchtige ehemalige Vorstand von Wirecard, soll sich in Russland aufhalten – und unter Aufsicht des Militärgeheimdiensts GRU stehen. Was hat der Manager mit ihm zu schaffen?

          5 Min.

          Rund um Moskau liegen die Datschen der Hauptstädter. Hier entspannen sie, pflanzen Gurken, suchen Pilze im Wald. Weit draußen im Umland sind die Datschen einfache, selbstgezimmerte Häuschen, aber nahe der Stadt oft schlossähnliche Anwesen, meist verborgen hinter blickdichten, mannshohen Zäunen. Hinter so einen Zaun führt das neueste Gerücht in der Kriminalgeschichte rund um den insolventen deutschen Zahlungsdienstleister Wirecard. Nach Informationen des „Handelsblatts“ soll der flüchtige ehemalige Vorstand des Technologiekonzerns, Jan Marsalek, auf einem Anwesen westlich von Moskau unter Aufsicht des russischen Militärgeheimdienstes GRU untergebracht sein. Die Zeitung beruft sich auf „Unternehmer-, Justiz- und Diplomatenkreise“.

          Henning Peitsmeier

          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Katharina Wagner

          Wirtschaftskorrespondentin für Russland und die GUS mit Sitz in Moskau.

          Gerade erst hatte das renommierte Rechercheteam Bellingcat mit einigen Partnern Marsaleks Spur bis in Russlands Nachbarschaft, nach Belarus, verfolgt. Roman Dobrochotow, der Gründer von „The Insider“, dem russischen Partner von Bellingcat, sagte nun der F.A.Z., Marsalek sei im belarussischen Ort Witebsk nahe der russischen Grenze gewesen; über einen Grenzübertritt habe er aber keine Informationen. Auch Kreml-Sprecher Dmitrij Peskow sagte, von einem Aufenthalt Marsaleks in Russland sei ihm „nichts bekannt“.

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