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Umweltkatastrophe in der Oder : Die toten Fische machen Polens Regierung zu schaffen

Ein toter Fisch wird am Montag im polnischen Krajnik Dolny aus der Oder gezogen. Bild: Reuters

Polens Opposition wirft der nationalkonservativen Regierung wegen des Fischsterbens Versagen vor. Hinweise auf Umweltprobleme in der Oder gab es schon im März.

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          Die Suche nach den Ursachen für das Fischsterben in der Oder ist es auch am Mittwoch noch ohne konkretes Ergebnis geblieben. Gleichzeitig mehren sich die Informationen, die die polnischen Behörden in keinem guten Licht erscheinen lassen. Deren Versäumnisse reichen möglicherweise noch weiter zurück, als es in den vergangenen Tagen deutlich geworden war.

          Reinhard Veser
          Redakteur in der Politik.

          Die polnischen Behörden hatten das Ausmaß der Umweltkatastrophe nach dem Fund der ersten toten Fische gut zwei Wochen lang heruntergespielt und Deutschland erst informiert, als das Fischsterben vor einer Woche jenen Abschnitt der Oder erreicht hatte, an dem sie zum deutsch-polnischen Grenzfluss wird – ein Umstand, den sowohl die brandenburgische Landesregierung als auch Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) kritisiert haben. Noch am Mittwoch voriger Woche sagte der Chef der Behörde „Polskie Wody“ („Polnische Gewässer“) Przemyslaw Daca: „Wir können nicht von einer totalen Katastrophe der Oder sprechen.“ Nur einen Tag später hatte er seine Ansicht radikal geändert: „Wir haben es mit einer gigantischen und empörenden ökologischen Katastrophe zu tun.“ Das hat Daca das Amt gekostet – er wurde am Samstag von Ministerpräsident Mateusz Morawiecki entlassen.

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