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Finnland : Halonen will nach Wahlsieg „wagemutiger“ werden

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Bild: Reuters

Sie wolle künftig offener über Mißstände in der Gesellschaft reden, hat Finnlands Präsidentin nach ihrer Wiederwahl angekündigt. Tarja Halonen setzte sich in der Stichwahl gegen den konservativen Herausforderer Niinistö durch.

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          Finnlands Staatspräsidentin Tarja Halonen hat im zweiten Anlauf die Wiederwahl für weitere sechs Jahre im Amt geschafft. In der Stichwahl gegen ihren konservativen Herausforderer Sauli Niinistö kam die Sozialdemokratin auf 51,8 Prozent. Für Niinistö stimmten 48,2 Prozent.

          Die 62 Jahre alte Halonen kündigte nach ihrer Wiederwahl eine „noch wagemutigere“ zweite Amtszeit an. die Menschen in Finnland erwarteten vom Staatsoberhaupt „Wagemut bei der Meinungsbildung“. Sie meinte weiter: „Man kann und muß über Mißstände in der Gesellschaft reden, ohne jedes Mal Angst zu haben, daß man der Regierung oder dem Reichstag auf die Füße tritt.“

          Überraschend schwach

          Halonens Abschneiden sowohl im ersten Wahlgang, als sie die absolute Mehrheit verfehlte, wie in der Stichwahl gegen Niinistö wurde von Beobachtern als überraschend schwach eingestuft. Die Wahlbeteiligung war unter den knapp 4,3 Millionen stimmberechtigten Finnen war mit 77,2 Prozent gegenüber 2000 mit 80,2 Prozent deutlich niedriger.

          Niinistö wertete seine Stimmenzahl als Erfolg. Ministerpräsident Matti Vanhanen von der bäuerlich-liberalen Zentrumspartei, der eine Koalition mit den Sozialdemokraten führt, sagte zu seiner Unterstützung für Niinistö bei der Stichwahl: „Das bedeutet nicht, daß wir 2007 bei der Reichstagswahl ebenfalls mit dieser Partei zusammenarbeiten werden.“

          Das Staatsoberhaupt wird in Finnland seit 1994 von der Bevölkerung direkt gewählt. Das früher in der finnischen Politik herausragende Amt ist nur noch mit außenpolitischen Kompetenzen verbunden. Halonen war während ihrer ersten Amtszeit stets sehr beliebt. Ihr Abschneiden vor allem im ersten Durchgang der Wahl galt deshalb als überraschend schwach. Nach der Verfassung sind jedem Staatsoberhaupt nur maximal zwei Amtszeiten möglich.

          Absolute Mehrheit im ersten Durchgang verpaßt

          Halonen, die von den Sozialdemokraten und der Linkspartei gemeinsam nominiert worden war, hatte im ersten Wahlgang zwei Wochen zuvor gegen sieben Kandidaten die absolute Mehrheit mit 46,3 Prozent recht deutlich verfehlt. Niinistö von der konservativen Oppositionspartei Kokoomus kam hier mit 24 Prozent auf die zweithöchste Stimmzahl.

          Vanhanen hatte im ersten Wahldurchgang 18,6 Prozent erhalten und hatte seine Anhänger zur Stimmabgabe für Niinistö aufgefordert. Vanhanen führt eine Koalition, an der auch die Sozialdemokraten beteiligt sind.

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