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Fidel Castro : Das Fossil

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Fidel Castro, wie David Smith ihn sieht Bild: David Smith

Nicht nur die Linkspartei pflegt ein romantisches Bild von Fidel Castro: Als Zigarre rauchender Revolutionär, der sich als Philosoph und Wächter eines politischen Experiments versteht. Doch Castro hat Kuba heruntergewirtschaftet.

          Die Revolution, spottete Fidel Castro einmal, sei kein Rosenbett. Der Kampf fordere nun mal seine Opfer. Castro rechtfertigte damit das brutale Vorgehen seiner Schlächter in den ersten Jahren nach dem Sturz des Diktators Batista 1959, als er Tausende politische Gegner einsperren und hinrichten ließ. Ohne Gerichtsverfahren und ohne zu prüfen, ob die bisweilen vage formulierten Vorwürfe gegen die „Konterrevolutionäre“ oder „CIA-Agenten“ der Wahrheit entsprachen, säuberte Castro seine Insel von innenpolitischen Gegnern. Er ließ sie einfach umbringen. Heute, gut fünfzig Jahre nach den Wirren der ersten Jahre der kubanischen Revolution, scheinen diese politischen Morde längst in Vergessenheit geraten. Geblieben ist das romantische Bild eines Zigarre rauchenden Revolutionärs, der sich als Philosoph und Wächter eines einzigartigen politischen Experiments versteht. Es ist wohl der größte Erfolg des Sohnes eines reichen Plantagenbesitzers, dass sein Image nun eher dem eines romantischen Freiheitskämpfers entspricht als dem des skrupellosen Diktators, der seine Macht vor allem darauf stützte, politische Gegner aus dem Weg zu räumen.

          Dabei ist er seinem gnadenlosen Umgang mit Oppositionellen bis heute treu geblieben. Als eine Gruppe von Wissenschaftlern und Journalisten zu Beginn dieses Jahrzehnts das marode Wirtschaftssystem und die mangelnde Meinungsfreiheit anprangerte, ließ Castro seinen gefürchteten Inlandsgeheimdienst durchgreifen. Mit Beginn des „Schwarzen Frühlings“ im März 2003 wurden 90 Personen, darunter 27 Journalisten, festgenommen und zu jahrelangen Haftstrafen verurteilt. Erst vor dem Parteitag im vergangenen Frühling ließ die kubanische Regierung die letzten Häftlinge frei. Aus eiskaltem Kalkül: Der weltweit beachtete Parteitag sollte unbelastet von internationaler Kritik an der Menschenrechtssituation in Kuba über die Bühne gehen. Zudem hatte sich die Situation für die Machthaber in Havanna unangenehm zugespitzt. Viele der politischen Häftlinge hatten einen Hungerstreik begonnen. Sie wollten damit ein Zeichen setzen gegen die Folter in kubanischen Gefängnissen. Der Tod des hungerstreikenden Handwerkers Orlando Zapata Tamayo Anfang 2010 änderte die Situation schlagartig.

          Entweder tot oder im Exil

          Das Regime reagierte wie stets, wenn es in den vergangenen fünf Jahrzehnten unter Druck kam: pragmatisch. Es begann mit der zuvor ignorierten katholischen Kirche einen Dialog, um die unangenehmen Kritiker loszuwerden. Am Ende der Gespräche ließ Kuba fast alle politischen Gefangenen nach Spanien und in die Vereinigten Staaten ausfliegen. Dort sind die Dissidenten nun zwar frei, haben aber nahezu keinen Einfluss mehr auf die politische Entwicklung der abgeschotteten Insel. Castros Gegner sind auch heute noch: entweder tot oder im Exil.

          Castro hat einen Schuldigen für die Misere Kubas gefunden: Amerika - deren Wirtschaftsembargo gilt schon seit je als Entschuldigung

          Seit den Gesprächen mit Staatspräsident Raúl Castro, der seinen erkrankten Bruder 2008 als Präsident ablöste, ist die katholische Kirche die einzige Organisation in Kuba, die öffentlich Kritik üben darf. Kardinal Jaime Ortega mahnte zuletzt dringende wirtschaftliche Reformen an, denn der kubanischen Wirtschaft droht der endgültige Zusammenbruch. Fünf Jahrzehnte Sozialismus haben die Insel nahezu ruiniert. Darunter leiden vor allem die einfachen Bürger. Castro orientierte sich am russischen Beispiel.

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