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Festnahmen und Sprengstoff : Innenminister: Terroranschlag in Frankreich vereitelt

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Ein Kameramann filmt die Trümmer einer Explosion, nachdem eine Antiterroreinheit der Polizei eine Wohnung nahe Montpellier gestürmt hat. Bild: AFP

Sicherheitsbehörden haben nach Angaben des französischen Innenministers einen geplanten Terroranschlag verhindert. Unter den vier Festgenommenen ist ein erst 16 Jahre altes Mädchen.

          Wegen mutmaßlicher Anschlagspläne sind in Südfrankreich vier Verdächtige festgenommen worden. Es handelt sich um drei Männer und ein 16 Jahre altes Mädchen. Bei Durchsuchungen im Raum Montpellier wurde am Freitag nach Justizangaben der oft von Dschihadisten verwendete Sprengstoff Triacetontriperoxid (TATP) gefunden. Der französische Innenminister Bruno Le Roux teilte mit: „Nach den ersten Anzeichen ist ein unmittelbar bevorstehender Anschlag auf französischem Boden vereitelt worden.“

          Das mögliche Ziel des Anschlags wurde nicht genannt. Aus Ermittlerkreisen verlautete jedoch, die Tat hätte in Paris verübt werden sollen. Die Verdächtigen im Alter von 16 bis 33 Jahren wurden festgenommen, nachdem sie das Lösungsmittel Azeton gekauft hatten. Azeton ist ein Bestandteil von TATP. Bei Wohnungsdurchsuchungen wurden TATP, Azeton, der TATP-Bestandteil Wasserstoffperoxid sowie Schutzhandschuhe gefunden. TATP war auch bei den Pariser Terroranschlägen verwendet worden, die im November vorvergangenen Jahres 130 Menschen töteten.

          Die 16-Jährige war den Behörden in sozialen Netzwerken aufgefallen. Sie soll dort den Wunsch geäußert haben, ins syrisch-irakische Kriegsgebiet zu ziehen oder in Frankreich einen Anschlag zu verüben. Einer ihrer „Mentoren“ war dem französischen Inlandsgeheimdienst DGSI bekannt, wie aus Polizeikreisen verlautete.

          In Frankreich wurden seit Anfang 2015 eine Reihe islamistischer Anschläge verübt, bei denen insgesamt mehr als 230 Menschen getötet wurden. Seit den Pariser Anschlägen vom 13. November 2015 herrscht in dem Land der Ausnahmezustand, das Anschlagsrisiko gilt als unvermindert hoch.

          Erst vor einer Woche attackierte nahe des Pariser Louvre-Museums ein Ägypter mit zwei Macheten patrouillierende Soldaten. Er schrie dabei „Allahu Akbar“ (Gott ist groß) und verletzte einen Soldaten leicht, bevor ein anderer Soldat ihn mit Schüssen außer Gefecht setzte.

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