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Demonstration gegen Zensur : Dutzende Journalisten in Algerien festgenommen

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„Nein zur Zensur“ skandieren Journalisten in Algerien bevor sie von Behörden festgenommen werden. Bild: EPA

Hunderte algerische Bürger protestieren gegen eine fünfte Kandidatur des 81 Jahre alten Präsidenten Bouteflika. In den Medien ist darüber nichts zu erfahren. Journalisten demonstrierten nun gegen die Zensur – und wurden verhaftet.

          Bei Protesten von etwa hundert Journalisten gegen „Zensur“ in Algerien hat die Polizei etwa ein Dutzend Medienvertreter festgenommen. Wie eine Reporterin der Nachrichtenagentur AFP berichtete, versammelten sich am Donnerstag Journalisten von staatlichen und privaten Medien in der Hauptstadt Algier. Sie wandten sich gegen Beschränkungen bei der Berichterstattung über die aktuellen Proteste gegen eine weitere Amtszeit von Staatschef Abdelaziz Bouteflika.

          „Nein zur Zensur!“ und „Vierte Gewalt, keine Presse zu Diensten“ riefen die Demonstranten. Nachdem die Polizei etwa ein Dutzend Teilnehmer festgenommen hatte, forderten die übrigen Demonstranten: „Befreit unsere Kollegen!“ Die Festgenommenen trommelten von innen gegen die Wände der Polizeiwagen, wurden aber fortgebracht. Die Aussicht auf eine fünfte Amtszeit von Staatschef Bouteflika sorgt seit einer Woche für massive Proteste in Algerien. Der 81 Jahre alte Präsident steht seit bald 20 Jahren an der Spitze des nordafrikanischen Staates und will abermals kandidieren, obwohl er sich seit einem Schlaganfall vor sechs Jahren weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat und im Rollstuhl sitzt.

          Die Proteste gegen Bouteflikas abermalige Kandidatur wurden in den staatlichen algerischen Radio- und Fernsehsendern ebenso verschwiegen wie in den Privatsendern, die dem Regierungslager nahestehenden Unternehmern gehören. Journalisten des Staatsrundfunks schilderten, dass sie von ihren Vorgesetzten angewiesen worden seien, nicht über die Protestbewegung zu berichten. Die Organisation Reporter ohne Grenzen hatte am Mittwoch erklärt, die algerischen Behörden täten „alles, um den Medien einen Maulkorb zu verpassen“. Es gebe „Festnahmen, Angriffe, Verbote zu berichten, Beschlagnahmung von Material, Druck auf die staatlichen Medien und Drosselung des Internet“.

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