https://www.faz.net/-gpf-91tko

Großbritannien : Festnahme nach Londoner U-Bahn-Anschlag

  • Aktualisiert am

Polizisten am Freitag nahe der Londoner U-Bahn-Station Parsons Green Bild: AP

Scotland Yard sucht mit einer Großfahndung nach den U-Bahn-Attentätern von London. Mehrere Häuser in Surrey wurden evakuiert. Nun haben die Beamten in Dover einen Verdächtigen festgenommen.

          Die britische Polizei hat im Zusammenhang mit dem Bombenanschlag auf eine U-Bahn in London am Samstagmorgen einen Verdächtigen festgenommen. Das teilte Scotland Yard mit. Demnach wurde der 18 Jahre alte Mann in der südenglischen Hafenstadt Dover gefasst. Die britische Innenministerin Amber Rudd bezeichnete die Festnahme als „sehr bedeutend“. Die Ermittlungen dauerten trotzdem an.

          Außerdem hat die Polizei am Samstag eine Wohnung in der englischen Grafschaft Surrey durchsucht. Als Vorsichtsmaßnahme seien mehrere angrenzende Wohnungen evakuiert worden, teilte Scotland Yard mit. Das Gebiet sei weiträumig abgeriegelt worden.

          Bei dem Attentat am Freitag waren 29 Menschen verletzt worden. Seitdem fahndet die Polizei mit einem Großeinsatz nach den Tätern. Scotland Yards Antiterrorchef Mark Rowley spricht von einer „Jagd auf Verdächtige“. Die Polizeipräsenz werde am Wochenende im ganzen Land stark erhöht. Auch das Militär solle zum Schutz von Einrichtungen und Bürgern eingesetzt werden. In Großbritannien gilt jetzt die höchste Terrorwarnstufe. Das heißt, ein unmittelbar bevorstehender Anschlag gilt als möglich.

          Eine selbstgebaute Bombe war am Freitag in einer voll besetzten U-Bahn nahe der oberirdischen Haltestelle Parsons Green explodiert. Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) reklamierte den Anschlag für sich und drohte über sein Sprachrohr Amak am Freitagabend mit weiteren Attentaten. Scotland Yard warnte dennoch vor voreiligen Schlüssen. Die Haltestelle wurde am frühen Samstagmorgen wieder für den Betrieb freigegeben.

          Einzelheiten zur Bombe und zu den Verdächtigen wollte Rowley aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen. Britische Medien spekulierten, die Polizei habe wohl Hinweise auf mehrere Täter. Das gehe daraus hervor, dass Beamte durchgehend von Verdächtigen statt einem Verdächtigen sprächen.

          Der BBC zufolge soll es sich bei der Bombe um eine ähnliche Konstruktion handeln, wie sie beim Attentat in Manchester eingesetzt wurde. Bei dem Anschlag auf Besucher eines Konzerts waren dort im Mai 22 Menschen getötet worden. Einem Bericht des „Guardian“ zufolge wurden bereits Video-Aufzeichnungen aus Überwachungskameras ausgewertet, auf denen zu sehen ist, wie der Bombenleger mit dem Sprengsatz in die U-Bahn einsteigt.

          Weitere Themen

          Was der baltische Weg bewirkt hat

          FAZ Plus Artikel: Vor 30 Jahren : Was der baltische Weg bewirkt hat

          Am 23. August 1989 schlossen sich rund zwei Millionen Demonstranten zu einer 670 Kilometer langen Menschenkette zusammen. In der Erinnerung vieler Litauer spielt der „Baltische Weg“ auch heute noch eine besondere Rolle.

          Baerbock oder Habeck?

          Grüne Kanzlerkandidatur : Baerbock oder Habeck?

          Die grüne Spitze kommt gut an. Doch Annalena Baerbock und Robert Habeck wollen nicht darüber reden, wer Kanzlerkandidat wird und mit wem sie im Bund koalieren wollen.

          Topmeldungen

          Wer macht’s? Annalena Baerbock und Robert Habeck

          Grüne Kanzlerkandidatur : Baerbock oder Habeck?

          Die grüne Spitze kommt gut an. Doch Annalena Baerbock und Robert Habeck wollen nicht darüber reden, wer Kanzlerkandidat wird und mit wem sie im Bund koalieren wollen.
          Verkehrsminister Andreas Scheuer

          Maut-Debakel : Neue Vorwürfe gegen Scheuer

          Hat Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) in der Vergabe der vom europäischen Gerichtshof gestoppten Pkw-Maut getrickst, um die Kosten möglichst niedrig erscheinen zu lassen? Neue Dokumente legen diesen Vorwurf nahe.
          Empfindet Schäubles Äußerungen als „wohltuend“: der frühere Präsident des Verfassungsschutzes Hans-Georg Maaßen

          Streit über Maaßen : Nach der Attacke ist vor der Attacke

          Mit einer gezielt gesetzten Äußerung heizt Wolfgang Schäuble den Streit um einen möglichen Parteiausschluss von Hans-Georg Maaßen weiter an. Wieso macht er das?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.