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Fehlerhafte Lieferungen : Die Tücken der chinesischen Maskendiplomatie

Lieferung medizinischer Güter als China in einem Lagerhaus im spanischen Valencia. Bild: AFP

Offenbar fällt es der Regierung in Peking schwer, die Qualität der Waren zu kontrollieren: Denn der Markt hat sich in eine Bonanza für Glücksritter verwandelt.

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          Die chinesische Regierung beklagt sich über eine „Politisierung“ von Qualitätsmängeln, die in einigen Lieferungen medizinischer Güter an europäische Länder festgestellt wurden. Beanstandungen gab es etwa in Spanien, der Slowakei, der Tschechischen Republik und zuletzt in den Niederlanden. Die Regierung in Den Haag rief Zehntausende fehlerhafte Atemschutzmasken eines chinesischen Herstellers zurück, die an Krankenhäuser im ganzen Land ausgeliefert worden waren. Wie das Gesundheitsministerium am Sonntag mitgeteilt hatte, handelt es sich um Masken der Schutzklasse FFP2; sie müssen 95 Prozent der gesundheitsschädlichen Partikel in der Umgebung herausfiltern.

          Friederike Böge

          Politische Korrespondentin für Ostasien.

          Thomas Gutschker

          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

          Die betreffenden Masken gehörten zu einer Charge von 600.000 Stück, welche die Niederlande gekauft hatten; sie war am 21. März eingetroffen. Der Rest der Lieferung werde nicht weiterverteilt, so das Ministerium. Es hatte die Masken bei ihrer Ankunft nicht überprüft. So fiel die mangelhafte Qualität erst auf, als sie an ihren Bestimmungsorten ankamen, das allerdings sehr schnell. „Als sie in unser Krankenhaus gebracht wurden, lehnte ich diese Masken sofort ab“, zitierte der Fernsehsender NOS einen Arzt. Die Masken hätten sich nicht der Gesichtsform angepasst. Außerdem entspreche der Filtervlies nicht den Vorschriften. Es werde nicht einmal die Norm der Schutzklasse FFP1 erfüllt, bei der 80 Prozent der Partikel herausgefiltert werden müssen.

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