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Qatar und der FC Bayern : Geld regiert die (Sport-) Welt

  • -Aktualisiert am

Soll man sich darauf freuen? Symbol der Fußball-WM 2022 in Qatar Bild: dpa

Wer viel Geld hat, wird nicht gerne kritisiert. Von dieser Einstellung profitiert das Emirat Qatar. Blamiert wird vor allem der Weltsport. Auch Bayern München spielt munter mit.

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          Das Emirat Qatar ist unermesslich reich. So etwas ist hilfreich, sowohl in der internationalen Politik, als auch – sogar ganz besonders – in der globalen Sportpolitik. Der Ministaat am Persischen Golf spielt schon seit einigen Jahren in einer Liga, in die er eigentlich nicht gehört. Dass ihm dabei ehrliche Sympathien zufliegen, ist durchaus unwahrscheinlich. Aber der Ruf des Geldes ist für große Sportorganisationen unwiderstehlich. Die Dollarzeichen in den Augen verstellen den Blick auf Dinge wie Menschenrechtsverletzungen. Wer als Sportorganisation das Gegenteil behauptet, ist nicht glaubwürdig.

          Wie einst mit China

          In dieser undankbaren Position findet sich der deutsche Fußball-Rekordmeister Bayern München. Nicht einmal der Blick durch die Vereinsbrille lässt Qatar noch in hellem Licht erscheinen. Eine ehrliche Diskussion ist nicht erwünscht. Das ist ganz im Sinne der Geldgeber, die sich nicht scheuen, die zeitweilige Festnahme ordentlich akkreditierter (norwegischer) Journalisten und die Beschlagnahme von Filmmaterial in ihrem Geld-Wunderland ausdrücklich zu rechtfertigen.

          Die Argumentation derer, die vom qatarischen Reichtum profitieren, erinnert an den Umgang mit China vor einigen Jahren. Da hieß es, die zunehmende Einbindung in die internationale Gemeinschaft werde eine allmähliche Liberalisierung fördern. Wohin das mit China geführt hat, sieht man. Aber nicht nur die Sportwelt wird offenbar aus Schaden nicht klug.

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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