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FAZ.NET-Spezial : Bush will zum Eid die Freiheit preisen

  • Aktualisiert am

Die Bush-Famlie beim Ball am Tag vor dem Amtseid Bild: AP

In seiner Antrittsrede will der amerikanische Präsident die Freiheit preisen. FAZ.NET-Spezial zum am besten geschützten, teuersten und längsten Spektakel um die Vereidigung eines Präsidenten in der Geschichte der Vereinigten Staaten.

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          Der amerikanische Präsident George W. Bush will mit der Stärkung von Frieden und Demokratie in der Welt in seiner zweiten Amtszeit die Sicherheit der Vereinigten Staaten verbessern.

          Das geht aus den vom Weißen Haus vorab verbreiteten Auszügen der Antrittsrede des Präsidenten hervor. Unter schärfsten Sicherheitsmaßnahmen wird Bush an diesem Donnerstag mit einem Eid auf die Verfassung in seine zweite Amtszeit eingeführt.

          Die Freiheit in den Vereinigten Staaten hänge zunehmend von der Freiheit in anderen Ländern ab. „Die beste Hoffnung für Frieden in unserer Welt ist die Ausbreitung von Freiheit in aller Welt“, erklärt Bush nach dem vom Nachrichtensender CNN vorab verbreiteten Text seiner Antrittsrede.

          Staatsmännisch entrückt: George W. Bush

          Spektakel in Hochsicherheitzszone

          Die Furcht vor einem Terroranschlag bei der Amtseinführung des Präsidenten ist enorm. 13.000 zusätzliche Sicherheitskräfte sollen die Gefahr bannen - und dabei auf „Personen achten, die Augenkontakt meiden“, so eine der Polizeivorgaben. „Außer der Grünen Zone in Bagdad wird Washington die am stärksten befestigte Stadt der Welt sein“, schrieb die „Washington Times“.

          Es wird das am besten geschützte, teuerste und längste Spektakel um die Vereidigung eines Präsidenten in der Geschichte der Vereinigten Staaten werden. Über 250.000 Menschen werden die Straßen der Pennsylvania-Avenue vom Weißen Haus zum Capitol säumen, wenn der Republikaner aus Texas mit seiner Frau Laura zur Vereidigung fährt - darunter allerdings auch Tausende seiner Gegner.

          Der Präsident selbst nannte in einem Interview der „Washington Post“ die Feierlichkeiten ein „attraktives Ziel für Terroristen“. Also wird der Luftraum über Washington ebenso wie die Schiffahrt auf dem Potomac gesperrt. Das Magazin „Time“ hat über ein Al-Qaida-Papier mit Details zu einem Bombenanschlag auf eine amerikanische Stretchlimousine berichtet.

          Karawane von Stretchlimousinen

          Von diesen Großraumwagen wird es in Washington noch mehr als sonst geben. Denn wer unter den betuchten Republikanern im Lande etwas auf sich hält, läßt sich die Jubelfeiern nicht entgehen. Und wie Bush einmal meinte, zählen die Vermögenden des Landes „zu meiner Basis“.

          Die Luxushotels der Hauptstadt sind ausgebucht - auch wenn sie die bis zu 250.000 Dollar teuren „Inaugurations-Pakete“ nicht los wurden. Dafür hätten reiche Bush-Fans Privatflugzeuge für die Anreise, persönliche Butler und Hostessen sowie jeden nur erdenklichen Luxus erhalten.

          Tickets bei Ebay zum Verkauf

          Höhepunkt der Feiern werden - neben Paraden und der Vereidigung - die ausverkauften neun Bälle und vier Galadiner sein, bei denen alle mit dem Kurzbesuch des Präsidenten rechnen. Sicher wird er zum „Texas-Wyoming-Ball“ kommen, auf dem der Mann von Welt Cowboystiefel zum Smoking trägt. Die Karten für die Bälle kosten zwischen 150 und 4.500 Dollar - und werden nun für das vielfache bei Ebay angeboten, was erstaunlicherweise nicht verboten ist. Mehr als 40 Millionen Dollar werden die Zeremonien und Partys kosten - finanziert vor allem von großen Öl- und Computer-Konzernen sowie Banken.

          Vor allem liberale Medien kritisierten die „maßlose Geldverschwendung“ in Zeiten von Krieg und Tsunami. Prof. Stephen Hess vom Brookings-Institut verwies allerdings im „Christian Science Monitor“ auf den „überragenden Symbolwert“ der Amtseinführung für die Demokratie: „Es ist eine Feier für die demokratische Gesellschaft und das demokratische System.“ Bush will mit Glanz und Pomp seine zweite Amtszeit beginnen. Allerdings verweist auch das Motto der Feiern „Die Freiheit zelebrieren, den Dienst ehren“ auf die Bedeutung der Streitkräfte. Um sie besonders herauszustellen, gibt es neben einem Militär-Ball - kostenlos für amerikanische Soldaten aus dem Irak und Afghanistan - bereits am Mittwoch ein „Freiheitsfest“ im Garten des Weißen Hauses.

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