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Bruch des Atomabkommens : Irans Risiko mit dem Uran

Der iranische Präsident Hassan Rohani besucht das Atomkraftwerk in Buschehr. Bild: dpa

Die Hardliner der iranischen Atompolitik handeln rational, gehen mit dem Verstoß gegen das Abkommen aber ein Risiko ein. Europa könnte in Zukunft mit Härte reagieren und den Konflikt weiter eskalieren.

          Es war zu erwarten, eine gute Nachricht ist es aber nicht: Nun verstößt auch Iran offen gegen eine Bestimmung des Atomabkommens von 2015. Denn Teheran hat der Internationalen Atomenergie-Agentur (IAEA) mitgeteilt, dass es erstmals die Obergrenze seiner niedrig angereicherten Uranvorräte überschritten hat.

          Zwar diktieren in Iran die Hardliner die Atompolitik, sie gehen aber rational vor und vermeiden große Risiken. Sie wissen, dass der amerikanische Präsident nicht zu einem Krieg bereit ist, und auf Europa wollen sie den Druck erhöhen, damit es mehr unternimmt, um die Folgen der amerikanischen Sanktionen zu mildern.

          Der Schuss kann nach hinten losgehen

          Der Schuss kann jedoch auch nach hinten losgehen. Bisher waren die Europäer nicht in der Lage, den Instex-Mechanismus für neue Wege im Iran-Handel mit Leben zu füllen. Indem Teheran nun gegen das Abkommen verstößt, wird die Kritik an Iran auch in Europa zunehmen.

          Das Verhalten der Europäer wird auch davon abhängen, ob Iran, wie angekündigt, gegen weitere Auflagen des Abkommens verstoßen wird. Dann stünde eine weitere Eskalation des Konflikts bevor.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

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