https://www.faz.net/-gpf-9f8ft

Journalist Khashoggi vermisst : Türkische Behörden wollen saudisches Konsulat durchsuchen

  • Aktualisiert am

Im Fall des verschwundenen saudischen Journalisten Jamal Khashoggi demonstrieren Menschenrechtsaktivisten vor dem saudischen Konsulat in Istanbul, unter ihnen auch Nobelpreisträgerin Tawakkol Karman. Bild: AFP

Im Fall des verschwundenen saudischen Journalisten Jamal Khashoggi hat die Türkei den saudischen Botschafter einbestellt – zum zweiten Mal innerhalb einer Woche. Auch eine Durchsuchung des Konsulats ist offenbar geplant.

          Nach dem Verschwinden des prominenten saudischen Journalisten Jamal Khashoggi will die türkische Regierung das Konsulat des Königreichs in Istanbul durchsuchen. Dies berichteten am Montag die Fernsehsender NTV und CNN Türk. Ein türkischer Regierungsvertreter sagte zudem, der diplomatische Vertreter Saudi-Arabiens sei am Sonntag abermals ins Außenministerium einbestellt worden. Aus dem Außenministerium in Ankara verlautete, der Botschafter Riads sei ins Ministerium „eingeladen“ worden. „Ihm ist übermittelt worden, dass wir seine vollständige Kooperation bei den Ermittlungen erwarten“, hieß es.

          In Berlin erklärte ein Sprecher des Auswärtigen Amts, man sei wegen Khashoggi in Sorge. Gesichert sei nur, dass der Journalist vermisst werde, an Spekulationen werde man sich nicht beteiligen. „Umso wichtiger ist, dass schnell Aufklärung geschaffen wird.“

          Im Konsulat ermordet?

          Khashoggi hatte die Politik seiner Heimat kritisiert und fürchtete nach eigenen Angaben Vergeltung. Das vergangene Jahr verbrachte er im Exil. Am vergangenen Dienstag betrat er das Konsulat in Istanbul, um Dokumente für seine anstehende Hochzeit abzuholen. Nach türkischer Darstellung verließ er es nicht wieder. Dem widersprachen Vertreter der Regierung in Riad. Die türkische Polizei geht nach Angaben aus Ermittlerkreisen inzwischen davon aus, dass Khashoggi im Konsulat ermordet wurde. Ein saudischer Vertreter wies dies als haltlos zurück. 

          Vor dem saudischen Konsulat versammelten sich am Montag nach Angaben von Beobachtern Demonstranten und forderten Aufklärung im Fall des verschwundenen Journalisten. Darunter war auch die jemenitische Friedensnobelpreisträgerin und Journalistin Tawakkul Karman. Sie warf Saudi-Arabien Terror gegen seine eigenen Bürger vor. „Das Verbrechen wirft ein Schlaglicht auf die Situation der Menschenrechte in Saudi-Arabien und den durchgeführten Staatsterrorismus“, sagte die jemenitische Journalistin am Montag dem TV-Sender Al-Dschasira während eines Protestes vor dem saudi-arabischen Konsulat in Istanbul.

          Weitere Themen

          Es klemmt beim Brexit Video-Seite öffnen

          May auf Europareise : Es klemmt beim Brexit

          Am Montag hatte May die geplante Brexit-Abstimmung im britischen Unterhaus vorerst abgesagt, da sie nicht mit der erforderlichen Mehrheit für die Austritts-Vereinbarung rechnen konnte.

          Weltweite Rüstungsproduktion legt zu

          Waffen : Weltweite Rüstungsproduktion legt zu

          Staaten auf der ganzen Welt bauen mehr Kriegswaffen. Laut einer Untersuchung des Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri bleiben die Vereinigten Staaten der mit Abstand größte Rüstungsproduzent.

          Saalverweis für Abgeordneten Video-Seite öffnen

          Britisches Unterhaus : Saalverweis für Abgeordneten

          Nach Premierministerin Mays Entscheidung die Abstimmung über den Brexit-Deal zu verschieben unterbrach ein Abgeordneter die Sitzung im Parlament und wurde des Saales verwiesen.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.