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Debatte über „FaceApp“ : Vom viralen Hit zum Sicherheitsrisiko

Cem Özdemir, plötzlich deutlich gealtert. Bild: Twitter

In den sozialen Netzwerken verbreiten sich Fotos von gealterten Gesichtern, die mithilfe der „FaceApp“ bearbeitet wurden. Nun warnen Politiker davor – aus Angst vor Russland.

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          In den vergangenen Tagen schienen eine Menge Menschen plötzlich um Jahre gealtert zu sein. Die Mitglieder der amerikanischen Pop-Band „Jonas Brothers“, drei Männer Anfang dreißig, tauchten auf Twitter als Herren im mittleren Alter auf, weißhäuptig und mit zerknitterten Gesichtern. Das Model Heidi Klum ward gesehen mit Falten, die anzeigten, dass sie den Kampf gegen das Altern endgültig verloren hatte, und der Politiker Cem Özdemir von den Grünen teilte ein Foto in dem sozialen Netzwerk, auf dem er schlagartig ergraut war, mit Tränensäcken so üppig wie die derzeitigen Umfrageergebnisse seiner Partei. Kurz darauf traf es auch die einfache Bevölkerung. Familienmitglieder alterten in Chatgruppen von Whatsapp, Freunde und Bekannte auf Facebook.

          Morten Freidel

          Redakteur in der Politik.

          Dieser Rachefeldzug der Zeit ist einer App zu verdanken mit dem Namen „FaceApp“. Wer sie auf sein Smartphone herunterlädt, kann damit Fotos von Gesichtern bearbeiten, sie mit Bärten oder Brillen versehen und sogar ihr Geschlecht ändern und aus einem Donald Trump eine Donella Trump machen. Das Programm gibt es schon seit gut zwei Jahren, und es war damals schon beliebt. Nun aber erreichte seine Beliebtheit einen neuen Höhepunkt wegen der Funktion, Menschen altern zu lassen. Zuerst teilten Berühmtheiten Bilder von sich selbst mit ihren Anhängern, dann griffen Klatschportale den Spaß auf, schließlich schwappte die Welle über auf die Masse.

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