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F.A.Z. exklusiv : Europol: Balkanroute ist nicht geschlossen

  • -Aktualisiert am

Gerade gerettet: Migranten aus der Subsahra auf dem Mittelmeer. Bild: dpa

„Schleuserleistungen“ nehmen auf der Balkanroute zu und werden teurer. Auf dem Mittelmeer dagegen sinken die Preise – Frontex nennt die Entwicklung „besorgniseregend“.

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          Ungeachtet verstärkter Grenzkontrollen können Migranten aus Sicht der EU-Strafverfolgungsbehörde Europol weiterhin mit Hilfe von Schleppern ihr Zielland in Europa erreichen. „Die westliche Balkanroute ist nicht geschlossen – auch wenn die Grenzen viel besser geschützt sind als vor einem Jahr“, sagte Robert Crepinko, der Leiter des Anti-Schmuggler Zentrums (EMSC) von Europol, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums äußerte, die illegale Migration über den Westbalkan sei zwar deutlich reduziert worden, halte jedoch an. Auch würden „vermehrt Schleuserleistungen in Anspruch genommen“.

          Julian Staib

          Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

          Nach Schätzungen von Europol griffen zuletzt mehr als 90 Prozent der Migranten auf die Hilfe von Schleusern zurück. Vermehrt betätigten sich demnach Gruppen aus dem Bereich der schweren organisierten Kriminalität an der Schleusung von Migranten. In Deutschland trafen in den vergangenen Monaten jeweils zwischen 16.000 und 18.000 Asylsuchende ein, die meisten von ihnen Syrer, Afghanen und Iraker. Das sind deutlich weniger als vor Schließung der Balkanroute und der Übereinkunft mit der Türkei auf ein Flüchtlingsabkommen Anfang 2016. Seit April sind die Zugangszahlen in etwa konstant.

          Nach Angaben von Europol sind die Preise für Schleusungen von Migranten auf der Balkanroute zuletzt gestiegen, auf der zentralen Mittelmeerroute von Libyen oder Ägypten nach Italien hingegen gesunken. In Italien kamen im vergangenen Jahr rund 181.000 Migranten an. Eine Sprecherin der  EU-Grenzschutzagentur Frontex bezeichnete  die Entwicklung auf dem Mittelmeer als „besorgniserregend“. Auf Schlauchbooten, die zwischen zehn und zwölf Metern lang seien, seien 2014 rund 90 Personen untergebracht worden, zuletzt seien es bis zu 160 Personen gewesen. Zudem nehme die Qualität der Schlauchboote - zumeist Importe aus China – weiter ab. Die zentrale Mittelmeerroute sei für Schmuggler eine „Operation mit hohem Profit und null Risiko“, sagte die Sprecherin von Frontex der F.A.Z.

          Der Zuzug von Nordafrika nach Italien steht an diesem Freitag im Fokus des informellen EU-Gipfeltreffens auf Malta. EU-Ratspräsident Donald Tusk äußerte am Donnerstag, es sei „an der Zeit, die Route von Libyen nach Italien zu schließen“.

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          Unser Autor: Sebastian Reuter

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